Wie erkenne ich ein Gasleck? Mit dem Leck-Suchspray von Amazon natürlich. Das ist nicht falsch, aber auch nicht zielführend. © Screenshot

In der Onlinewerbebranche löst Cliqz nach Angaben von Al-Hames gemischte Reaktionen aus. Die Anbieter von Trackern, die stark auf Profilbildung setzen, sind nicht begeistert. Weniger privatsphäreninvasive Anbieter haben angeblich kein größeres Problem mit Cliqz. Viele Ziele des Trackings können schließlich weiterhin erreicht werden: Nutzer zu zählen ist zum Beispiel möglich. Für gezielte Werbung werde durch den Ansatz eben das Umfeld, also der Inhalt der Website, wieder wichtiger als die Daten ihrer Nutzer, sagt Al-Hames. 

Weitere Vorteile: Die Nutzer müssen nichts konfigurieren, die Tracking-Bremse ist standardmäßig aktiv und benötigt keine manuellen Einstellungen. Zudem, sagt Al-Hames, sei die Rate der Seiten, die durch Cliqz unbenutzbar werden, sehr viel niedriger, als das in anderen Browsern mit herkömmlichen Adblockern der Fall sei. Wer dennoch auf Probleme stößt oder auf bestimmten Seiten nichts gegen Tracking hat, kann Cliqz auch gezielt deaktivieren.

Technisch Versierte können sich ansehen, was Cliqz durchlässt

Was Cliqz den Trackern erlaubt und was nicht, ist für Laien allerdings nicht sichtbar. Thomas Konrad sagt, "technisch Versierte" könnten aber "im Java-Script sehen, was passiert, oder in der Netzwerk-Konsole sehen, welche Werte vom Browser gesendet werden."

Fazit: Cliqz ist ein interessantes Experiment. Die Anti-Tracking-Technik ist bisher einmalig, für Laien aber schwer nachvollziehbar. Wie gut die integrierte Suche funktioniert, hängt vom Nutzer ab: Wer häufig nach Wetter, Währungen oder einem Flugstatus sucht, spart mit Cliqz Klicks. Wer überwiegend tiefergehend recherchiert, kommt ohne eine zusätzliche Suchmaschine nicht aus.

Mitarbeit: Marvin Strathmann