Mehrere Medien haben am Freitag Klage gegen die US-Bundesbehörde FBI eingereicht, um Informationen über die Entsperrung des iPhones des San-Bernardino-Attentäters zu erhalten. Das FBI müsse offenlegen, wer der Behörde mit einer speziellen Software Zugriff auf das iPhone ermöglichte und wie viel es dafür bezahlte, hieß es in der Klage. Dies sei für eine "effektive Aufsicht der Öffentlichkeit über die Regierung" sehr wichtig. Eingereicht haben die Klage die Nachrichtenagentur AP, Vice Media, und der Medienkonzern Gannett, der unter anderem die Zeitung USA Today herausgibt.

Um die Entsperrung des iPhones des San-Bernardino-Attentäters hatte es Streit gegeben. Syed Farook und seine Frau hatten Anfang Dezember 2015 in der kalifornischen Stadt San Bernardino 14 Menschen getötet. Das Paar, das die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) unterstützt haben soll, starb bei einer Schießerei mit der Polizei. 

Apple weigerte sich trotz richterlicher Anweisung, US-Behörden ein Programm zu liefern, das den Passwortschutz eines iPhone 5c aushebeln kann. Das FBI erklärte, man habe sich Zugang zu Informationen auf dem Gerät mithilfe eines externen Dienstleisters, eines Profihackers, verschafft. Das FBI hatte mehr als eine Million Dollar gezahlt, um das Smartphone des Islamisten Syed Farook zu entsperren. Da die Ermittlungsbehörden den Fall als Terrorismus einstuften, gab es auch politischen Druck auf Apple, dem FBI nachzugeben, um möglicherweise wichtiges Beweismaterial ans Licht zu bringen.

Apple argumentierte damals, durch ein Entsperrprogramm würde die Datensicherheit für alle Nutzer geschwächt. Der Konzern störte sich zudem daran, dass die Regierung als rechtliche Grundlage für ihre Forderungen den All Writs Act von 1789 vorbrachte – ein Gesetz, das Richter grundsätzlich bevollmächtigt, nötige Maßnahmen zu verfügen. Apple warnte, die Folge eines solchen Präzedenzfalles könne weitreichende Überwachung elektronischer Geräte sein.