Von dem aktuell laufenden Hackerangriff mit Ransomware sind auch Computer des 1986 havarierten Kernkraftwerks Tschernobyl betroffen. Windows-Rechner der Anlage seien abgeschaltet worden, teilten örtliche Behörden mit. Die Mitarbeiter hätten deshalb die Kontrolle der Radioaktivität mit tragbaren Geigerzählern überprüfen müssen.

Wichtige technische Systeme der Station funktionierten aber normal, hieß es. Die Website des abgeschalteten Kraftwerks war allerdings nicht erreichbar. Das Atomkraftwerk, in dem sich am 26. April 1986 ein Super-GAU ereignete, befindet sich rund hundert Kilometer nördlich von Kiew. Seit der Katastrophe ist die Umgebung stark verstrahlt. Im Herbst letzten Jahres bekam die Atomruine eine neue Stahlhülle zum Schutz vor radioaktiver Strahlung.

Die Ukraine ist stark von den Hackerangriffen betroffen. Die Systeme vieler Unternehmen und Behörden wurden durch Erpressungstrojaner angegriffen und sollten erst nach einer Lösegeldzahlung in der Cyberwährung Bitcoin wiederhergestellt werden. Auch viele andere Ländern, darunter Russland, Deutschland, USA und Großbritannien, waren von dem Erpresservirus des Typs Peyta betroffen.