Die USA haben Nordkorea für die weltweite Cyberattacke mit der Schadsoftware WannaCry verantwortlich gemacht. "Die Attacke war groß angelegt und hat Milliarden gekostet, und Nordkorea ist direkt verantwortlich", schrieb US-Heimatschutzberater Tom Bossert in einem Gastbeitrag für das Wall Street Journal. "Wir erheben diesen Vorwurf nicht leichtfertig. Er basiert auf Beweisen. Wir sind auch nicht allein mit unseren Erkenntnissen", sagte Bossert, ohne näher zu erläutern, um was für Beweise es sich handele.

Im Mai waren etwa 300.000 Computer in 150 Ländern von der Schadsoftware WannaCry angegriffen worden. Diese legte etwa in Großbritannien zahlreiche Kliniken und das Gesundheitssystem NHS lahm. Betroffen waren auch die Deutsche Bahn, der Automobilhersteller Renault, der Telekommunikationsanbieter Telefónica und das russische Innenministerium. Als Gegenleistung für eine Behebung der Schäden forderten die Erpresser Zahlungen in der virtuellen Währung Bitcoin.

Bossert sagte, das "bösartige Verhalten" des international isolierten Landes werde immer "ungeheuerlicher". Der WannaCry-Angriff sei "willkürlich rücksichtslos" gewesen und habe Menschenleben in Gefahr gebracht. Er kündigte Konsequenzen an, ging aber nicht in Details. Wie aus dem Weißen Haus verlautet, wollte sich der Heimatschutzberater am Dienstag näher zu dem Thema äußern.

IT-Sicherheitsexperten hatten bald nach der Attacke im Mai darauf verwiesen, dass der Code der Schadsoftware zur Gruppe Lazarus führe, hinter der Nordkorea vermutet wird. Die Gruppe wird für eine Reihe von Cyberangriffen verantwortlich gemacht, darunter den auf Sony Pictures im Jahr 2014 und im vergangenen Jahr auf die Zentralbank von Bangladesch. Bei dem spektakulären Raub wurden 81 Millionen Dollar erbeutet.

Bereits Ende Oktober hatte Großbritannien Nordkorea für die Cyberattacke verantwortlich gemacht. Das National Cyber Security Centre (NCSC) hatte aufgrund der Ähnlichkeiten mit früheren Malware-Werken von Lazarus Nordkorea hinter WannaCry vermutet. Nordkorea hatte die Vorwürfe damals zurückgewiesen.

Das autokratische Regime in Pjöngjang ist international isoliert. US-Präsident Trump sieht Nordkorea aufgrund wiederholter Raketentests als Bedrohung. Erst Ende November hatte die US-Regierung die internationale Gemeinschaft aufgefordert, alle Beziehungen zu Nordkorea einzufrieren.