Eine Firma des Facebook-Investors Peter Thiel ist laut einem früheren Mitarbeiter des Datenanalysten Cambridge Analytica in den Verkauf von Facebook-Nutzerdaten involviert. Der Ex-Cambridge-Mitarbeiter und spätere Whistleblower Christopher Wylie legte Mailwechsel vor, wonach mindestens ein Beschäftigter von Thiels Firma Palantir eng mit Cambridge Analytica zusammenarbeitete. 

Palantir-Mitarbeiter seien bei Cambridge Analytica ein- und ausgegangen, sagte Whistleblower Wylie der New York Times: "Es gab Palantir-Angestellte, die hereinkamem und mit den Daten arbeiteten." 

Hintergrund ist der Datenskandal um Facebook: Der IT-Fachmann Aleksandr Kogan aus Cambridge hatte 2014 ein Quiz programmiert, das er auf Facebook spielen ließ. 270.000 Nutzer machten mit. Sie hatten damit zugestimmt, dass die Quiz-App ihre persönlichen Profile kopiert und speichert sowie die von ihren Facebook-Freunden. Kogan gab die Daten von schätzungsweise 50 Millionen Nutzern ohne deren Einverständnis und Wissen an Cambridge Analytica weiter. Cambridge Analytica steht im Verdacht, die US-Präsidentschaftswahl zugunsten des Wahlsiegers Donald Trump beeinflusst zu haben, in dem es bestimmte Postings gezielt in die Timelines von Nutzern steuerte. 

Das Unternehmen Palantir wies den Vorwurf zurück, an dem Vorfall beteiligt zu sein. In einer ersten Stellungnahme hieß es, das Unternehmen habe "niemals eine Geschäftsbeziehung zu Cambridge Analytica gehabt, noch mit Daten von Cambridge Analytica gearbeitet". Als die New York Times jetzt über den von Whistleblower Wylie genannten Palantir-Mitarbeiter berichtete, präzisierte Palantir seine Darstellung: Der Mitarbeiter sei nicht im Auftrag des Unternehmens bei Cambridge Analytica tätig geworden, sondern in den Jahren 2013 und 2014 "in privater Funktion".

Seit dem Bekanntwerden des Datenskandals steht Facebook in der Kritik. Das Unternehmen bat Nutzer diese Woche in ganzseitigen Zeitungsanzeigen in den USA, Großbritannien und auch Deutschland um Entschuldigung. CEO Mark Zuckerberg räumte das Fehlverhalten in Interviews ein. US-Medien berichteten, Zuckerberg sei bereit, vor dem US-Kongress Stellung zu nehmen. Vor welchem Ausschuss und wann diese Befragung stattfinden könnte, ist noch nicht klar.