Der Chaos Computer Club hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, die IT-Sicherheitsarchitektur nach dem Hackerangriff auf das Netzwerk des Bundes von Grund auf zu erneuern. Der attackierte Informationsverbund Berlin-Bonn entspreche zwar halbwegs dem Stand der üblichen IT-Security, sagte Club-Sprecher Frank Rieger der Nachrichtenagentur dpa. "Aber der ist insgesamt nicht gut."
Der
Fall zeige, dass man die IT-Sicherheit neu erfinden
müsse, betonte Rieger. "Das dauert vielleicht zehn Jahre, bis man am
Ziel ist. Aber wir müssen jetzt anfangen, die Softwarekomponenten, die
bislang immer angreifbar waren, von Grund auf neu und sicher als offene
Systeme entwickeln." Diese Programme könnten dann der Industrie, den
Verbrauchern und auch dem Staat zur Verfügung gestellt werden. Das koste
zwar viel Geld und erfordere staatliches Handeln, sei aber möglich.
Rieger bemängelte eine "Flickschusterei". Wenn die fortgesetzt werde, stünde
man in zehn Jahren immer noch ohne sichere Systeme da. "Die IT-Systeme
sind derzeit wie eine Wasserleitung, bei der an unendlich vielen Stellen
das Wasser rausspritzt. Und es wird viel darüber gestritten, ob man die
Lecks mit blauem oder rotem Heftpflaster abdichtet. Wir benötigen aber
eine neue Leitung."
Zugleich warnte der Club-Sprecher davor, voreilig Schlüsse zum technischen Ablauf der Attacke zu ziehen, solange die Details nicht transparent gemacht worden seien. "Das gilt auch für die Frage, wer für den Angriff verantwortlich ist. Das ist bislang alles Spekulation." Zuerst hatte es geheißen, die Gruppe APT28 stecke dahinter – zuletzt geriet allerdings die russische Gruppe Snake in Verdacht.
CSU sieht Öffentlichmachen des Angriffs als "Geheimnisverrat"
Die CSU verurteilte das Durchsickern von Informationen
über den laufenden Hackerangriff auf das Regierungsnetzwerk. "Es handelt sich um einen besonders verwerflichen
Geheimnisverrat, der dazu geführt hat, dass der Sachverhalt
öffentlich wurde", sagte der Unionsinnenexperte Stephan Mayer (CSU)
der Rheinischen Post.
Dieses Vorgehen müsse auch strafrechtlich verfolgt werden. Mayer
sagte im Gespräch mit der Bild-Zeitung, das Bundesamt für Sicherheit in
der Informationstechnik und die Bundessicherheitsbehörden gingen aus seiner Sicht "sehr
professionell, umsichtig und verantwortungsvoll" mit den Angriffen
um. Sie versuchten, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Die Kritik an der
Informationspolitik der Bundesregierung könne er "in keiner Weise
nachvollziehen".
Zuvor hatte der Grünen-Politiker Konstantin von Notz, der wie Mayer Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium ist, "volle Aufklärung" darüber verlangt, warum die Mitglieder des Ausschusses über den Fall nicht vorab informiert worden seien. Es sei "völlig inakzeptabel", dass die Informationen über die Medien an die Öffentlichkeit gelangt seien. Der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka nannte es im Interview mit der Passauer Neuen Presse einen "Skandal", dass das Geheimdienst-Kontrollgremium über die Medien von der Attacke erfahren hatte.
Der Unionsaußenexperte Jürgen Hardt forderte als Konsequenz aus den Hackerangriffen ein weltweites Vorgehen gegen derartige Aktivitäten. "Wir brauchen eine internationale Ächtung von staatlichen Angriffen und Manipulationen in der digitalen Welt", sagte er der Rheinischen Post.
Der Chaos Computer Club hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, die IT-Sicherheitsarchitektur nach dem Hackerangriff auf das Netzwerk des Bundes von Grund auf zu erneuern. Der attackierte Informationsverbund Berlin-Bonn entspreche zwar halbwegs dem Stand der üblichen IT-Security, sagte Club-Sprecher Frank Rieger der Nachrichtenagentur dpa. "Aber der ist insgesamt nicht gut."
Der
Fall zeige, dass man die IT-Sicherheit neu erfinden
müsse, betonte Rieger. "Das dauert vielleicht zehn Jahre, bis man am
Ziel ist. Aber wir müssen jetzt anfangen, die Softwarekomponenten, die
bislang immer angreifbar waren, von Grund auf neu und sicher als offene
Systeme entwickeln." Diese Programme könnten dann der Industrie, den
Verbrauchern und auch dem Staat zur Verfügung gestellt werden. Das koste
zwar viel Geld und erfordere staatliches Handeln, sei aber möglich.