Im Skandal um den möglichen Missbrauch von mehr als 80 Millionen Nutzerdaten wird Facebook ab Montag Benachrichtigungen an betroffene Nutzer versenden. Das teilte das Unternehmen mit. 

Von den Nutzern des sozialen Netzwerks, deren Daten eventuell von dem britischen Unternehmen Cambridge Analytica ausgewertet worden sind, kommen nach Angaben des Konzerns mehr als 70 Millionen aus den USA. Jeweils etwa eine Million Nutzer lebten in Großbritannien, Indonesien und auf den Philippinen. Zudem sollen alle 2,2 Milliarden Facebook-User eine Benachrichtigung zum Datenschutz und zur Verwendung von Apps innerhalb des Netzwerks erhalten.

In wenigen Tagen muss der Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor einem Ausschuss des US-Kongresses aussagen. Am vergangenen Mittwoch hatte er während einer Telefonkonferenz von einem "riesigen Fehler" gesprochen und eingeräumt, dass sich Facebook seiner Verantwortung in der Welt nicht ausreichend bewusst gewesen sei.

Mitte März war bekannt geworden, dass die britische Analyse-Firma Cambridge Analytica an Informationen von Millionen Facebook-Usern gekommen war – über einen Entwickler der Umfrage-App und ohne Facebook darüber zu informieren. Mithilfe der Daten soll Cambridge Analytica 2016 die US-Präsidentschaftswahl beeinflusst haben. Nach Daten der Bundeswahlkommission hatte Cambridge Analytica von Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampagne knapp sechs Millionen Dollar erhalten.

In der Folge hatten Nutzer des sozialen Netzwerkes angekündigt, ihre Konten schließen zu wollen. Am Montag etwa teilte Apple-Mitgründer Steve Wozniak einen solchen Schritt an. Facebooks "Profite basieren alle auf der Information der Nutzer, aber die Nutzer bekommen nichts von den Profiten zurück" schrieb er in einer E-Mail an die Zeitung USA Today. Lieber würde er für Facebook zahlen, als sich ausnutzen zu lassen. Öffentliche Kritik sei in der Technologie-Branche eigentlich unüblich, schreibt USA Today. Auch Apple-Chef Tim Cook hatte Facebook in der letzten Woche deutlich kritisiert.

Datenmissbrauch - Wie man seine Daten auf Facebook besser schützen kann Die IT-Firma Cambridge Analytica steht im Mittelpunkt eines neuen Facebook-Skandals. Unser Video gibt drei Tipps, wie man seine Daten in dem sozialen Netzwerk besser schützen kann. © Foto: Claudia Bracholdt


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