Kunden vom Gmail können bald ihre E-Mails mit einem Ablaufdatum versehen oder sie nachträglich widerrufen. Zudem sollen die Nutzer blockieren können, dass ihre Mails weitergeleitet, gedruckt oder heruntergeladen werden können. So soll eine absichtliche oder versehentliche Weiterverbreitung vermieden werden. Der Zugang zu einzelnen Nachrichten kann mit zusätzlicher Authentifizierung per SMS geschützt werden. Für die Funktionen wird ein neuer Vertraulichmodus eingeführt. 

Außerdem sollen auch in der Webversion künftig selbstständig Antwortvorschläge formuliert werden. In den Smartphone-Apps gibt es diese Funktion bereits. Zudem sollen die Benachrichtigungen stärker nur auf wichtige Mails eingeschränkt werden können. Automatische Erinnerungen und neue Benachrichtungsfunktionen sollen zudem die Bewältigung der E-Mail-Flut erleichtern.

Mit den Maßnahmen will Google erreichen, dass die Nutzer wichtige Informationen schützen können, zum Beispiel für den Fall, dass ihr Konto gehackt wird. Außerdem sollen die Offline- und Sicherheitsfunktionen im Konkurrenzkampf um Office-Kunden von Microsoft dem Google-Konzern Alphabet einen Vorteil verschaffen. "Das ist eine komplette Neufassung unseres Flaggschiffes", sagte Gmail-Produktmanager Jacob Bank.

Gmail mit seinen rund 1,4 Milliarden Nutzern gehört zum Bürosoftwarepaket G Suite, das mit den Office-Programmen konkurriert. Analysten zufolge hat die G Suite im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Dollar erlöst und damit nur ein Zehntel dessen, was Office erwirtschaftet.