Facebook hat laut amerikanischen Medien Nutzerdaten mit mehreren chinesischen Smartphone-Herstellern geteilt. Unter den Kooperationspartnern befindet sich laut einem Bericht der New York Times auch der Konzern Huawei, vor dem amerikanische Geheimdienste in der Vergangenheit wiederholt wegen Spionagegefahr gewarnt hatten. Facebook bestätigte der Zeitung zufolge die Zusammenarbeit mit Huawei. Diese werde aber noch in dieser Woche zurückgefahren.

Die weiteren Gerätehersteller aus China, die Zugriff auf eine Facebook-Schnittstelle erhielten, sind laut dem Bericht Lenovo, Oppo und TCL. Sie gehören demnach zu einer Gruppe von rund 60 Hardwareproduzenten, mit denen Facebook Nutzerdaten teilte – darunter auch Hersteller wie Apple, Amazon, Microsoft und Samsung. Die Kooperationen mit chinesischen Unternehmen reichen laut New York Times mindestens bis ins Jahr 2010 zurück.

Zu den mit den Firmen geteilten Nutzerdaten gehörten dem Bericht zufolge Informationen über Jobs, den Beziehungsstatus und "Gefällt mir"-Angaben. Diese Daten seien etwa für Apps der Hersteller verwendet worden, die Benachrichtigungen mehrerer Social-Media-Accounts bündeln. Ein Facebook-Manager sagte, dass die Daten ausschließlich auf den jeweiligen Smartphones gespeichert und nicht auf die Server der Hersteller übertragen worden seien.

Der demokratische US-Senator Mark Warner verlangte vom sozialen Netzwerk eine Erklärung. Facebook solle offenlegen, wie es wissen könne, dass keine Daten auf chinesischen Servern gelandet seien.

Huawei, einer der größten Smartphone-Hersteller der Welt, wird von US-Geheimdiensten wegen der engen Kontakte des Konzerns zur chinesischen Staatsführung als Sicherheitsrisiko gewertet. Das Unternehmen wies in der Vergangenheit Spionagevorwürfe zurück.

Datenmissbrauch - Wie man seine Daten auf Facebook besser schützen kann Die IT-Firma Cambridge Analytica steht im Mittelpunkt eines neuen Facebook-Skandals. Unser Video gibt drei Tipps, wie man seine Daten in dem sozialen Netzwerk besser schützen kann. © Foto: Claudia Bracholdt