Facebook - 50 Millionen Profile von Hackerangriff betroffen Durch eine Sicherheitslücke bei Facebook haben Angreifer Zugriff auf Daten von rund 50 Millionen Nutzern erhalten. Nach Angaben des Unternehmens ist noch unklar, ob gehackte Konten missbraucht wurden. © Foto: Fabian Sommer/dpa

Facebook ist Ziel eines Angriffs gewesen, durch den Nutzerdaten einsehbar waren. Fast 50 Millionen Nutzerinnen und Nutzer waren betroffen, teilte das Unternehmen mit. Die Angreifer hätten eine Sicherheitslücke in der Funktion ausgenutzt, mit der Facebookmitglieder sich ihr Profil aus der Sicht anderer Nutzerinnen anzeigen lassen können. Die Schwachstelle erlaubte es ihnen den Angaben nach, die sogenannten Token zu übernehmen – eine Art Loginhilfe, die auf einem Gerät gespeichert wird. Damit kann ein Nutzer schnell sein Profil öffnen, ohne jedes Mal ein Passwort eingeben zu müssen. Laut Facebook kopierten die Angreifer 50 Millionen dieser Token. Theoretisch könnten sich die Angreifer damit vollen Zugang zu den betroffenen Profilen verschaffen. 

Das Problem sei bereits im Verlauf der Woche entdeckt und behoben worden. Die Funktion mit der Anzeige des Profils aus anderen Perspektiven sei vorerst vorsichtshalber abgeschaltet worden. Facebook habe die Lücke geschlossen und die zuständige Behörde informiert.

Mehr als 90 Millionen Nutzerinnen wurden am Freitag auf technischem Wege gezwungen, sich neu einzuloggen. Das sei eine übliche Sicherheitsmaßnahme, hieß es. Es bestehe aber keine Notwendigkeit, sein Passwort zu ändern. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass private Nachrichten der Nutzer abgerufen worden seien, sagte Gründer und Chef Mark Zuckerberg. 

Wer die Angreifer sind, weiß Facebook demnach noch nicht. Die Untersuchungen hätten erst begonnen. 

Das Unternehmen steht seit dem Datenskandal um Cambridge Analytica unter Druck. Eine Partnerfirma von Facebook hatte mithilfe übermittelter Nutzerdaten versucht, Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 zu nehmen. Facebook gehört auch WhatsApp, das wie das soziale Netzwerk jeden Monat zwei Milliarden Menschen nutzen.