Datendiebstahl - Katarina Barley fordert Sperrung gehackter Accounts Nach dem großen Datendiebstahl bei Personen des öffentlichen Lebens fordert die Bundesjustizministerin Internetanbieter auf, schnell zu reagieren. Gehackte Konten müssten umgehend gesperrt werden. © Foto: Sean Gallup/Getty Images

Internetanbieter und soziale Netzwerke müssen laut der Bundesjustizministerin schneller handeln, wenn ein Datendiebstahl bekannt wird. "Die Plattformen müssen die Accounts, über die Hacks verbreitet werden, sofort sperren", sagte Katarina Barley (SPD) der Rheinischen Post. Zudem müssten die Inhaber ihre Accounts schnellstmöglich zurückerlangen können.

Es werde jetzt geprüft, wie die Plattformen stärker in die Pflicht genommen werden könnten. Zudem forderte Barley mehr Transparenz im Netz, die durch ein europaweit gültiges IT-Sicherheitsgütesiegel sichergestellt werden könnte. "Damit Nutzer vertrauenswürdige Angebote direkt erkennen können."

Der Diebstahl persönlicher Daten Hunderter deutscher Politikerinnen, Politiker und Prominenter sowie deren Veröffentlichung im Internet war am Freitag öffentlich bekannt geworden. Links zu den Datensätzen wurden über einen mittlerweile gesperrten Account bei Twitter verbreitet.

Seehofer will Öffentlichkeit informieren

Am Nachmittag will Innenminister Horst Seehofer sich vor der Presse zu dem Datenklau äußern. Zuvor hatte der CSU-Politiker betont, er werde die Bevölkerung "nur mit belastbaren Fakten und nicht mit Vermutungen" informieren. Neben ihm sollen auch der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, und der Chef des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, Auskunft geben.

Nach Angaben des Innenministeriums sind etwa 1.000 Politikerinnen und Politiker sowie Prominente und Journalisten von dem Online-Angriff betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht wurden. Das BSI habe schon im vergangenen Jahr von fünf Fällen gewusst – ohne einen Zusammenhang zu erkennen.

Anmerkung der Redaktion: In der Berichterstattung über das Leaken privater Daten von Politikern und Prominenten nennt ZEIT ONLINE in aller Regel keine Namen von Betroffenen und trägt keine geleakten Informationen durch Veröffentlichung weiter. Die Daten sind nach derzeitigem Kenntnisstand privater Natur, an ihnen besteht kein öffentliches Interesse.