Für Facebook könnten der Datenschutzskandal mit Cambridge Analytica und weitere Verstöße teuer werden. Laut einem Bericht der Washington Postverhandelt das Unternehmen derzeit mit der US-Verbraucherschutzbehörde FTC über eine Geldstrafe von mehreren Milliarden Dollar. Das meldete die Zeitung unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Die Aufsichtsbehörde untersucht, ob Facebook mit der Weitergabe von Nutzerdaten gegen ein Datenschutzgesetz von 2011 verstoßen hat.

Beide Seiten hätten sich noch nicht auf die konkrete Summe einer Strafzahlung geeinigt. Allerdings könnte es mit mehreren Milliarden Dollar die bislang größte Strafe für ein Technologieunternehmen sein, sagten zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen der Zeitung. Facebook teilte mit, das Unternehmen arbeite mit der Behörde zusammen, lehnte weitergehende Äußerungen jedoch ab. 

In den vergangenen Jahren hat es bei Facebook mehrere Datenschutzpannen gegeben. Laut dem Bericht konzentriert sich die FTC besonders auf den Skandal um Cambridge Analytica im vergangenen Jahr, in dem die Datenanalysefirma die persönlichen Informationen von rund 87 Millionen Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern ohne deren Erlaubnis abgriff. Damit wollte sie die Stimmabgabe bei den US-Wahlen 2016 im Sinne von Auftraggebern beeinflussen.

Im Kern geht es um die Frage, ob Facebook gegen eine Vereinbarung mit der FTC aus dem Jahr 2011 verstoßen hat, laut der die Privatsphäre von Nutzerinnen und Nutzern zu schützen sei. Mit 22,5 Millionen Dollar musste der Google-Konzern Alphabet die bislang größte Strafe bezahlen, die wegen Datenschutzvergehen verhängt wurde.