Bundesanwälte in den USA untersuchen laut einem Zeitungsbericht die Datendeals von Facebook mit Herstellern für Smartphones. Eine Grand Jury hat dem New-York-Times-Bericht zufolge unter Berufung auf mit der Anfrage vertraute Personen Informationen von mindestens zwei Firmen angefordert. Beide Firmen haben demnach Datenpartnerschaften mit Facebook, die ihnen Zugang zu den Informationen von Hunderten Millionen Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht haben. Eine Grand Jury prüft in den USA in einem nicht öffentlichen Verfahren, ob die von Staatsanwaltschaften vorgelegte Beweise eine Anklage rechtfertigen.

Facebook bezeichnet die Deals als harmlose Bemühungen, Smartphoneherstellern zu helfen, Nutzern Funktionen des Netzwerks zur Verfügung zu stellen, bevor Facebook eine eigene App hatte.

Die New York Times schreibt, es sei nicht klar, wann die Untersuchung begann und worauf sie sich genau fokussiert. Facebook reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

Mit zwei Milliarden Nutzerinnen und Nutzern ist Facebook das größte soziale Netzwerk weltweit. Zu dem von Mark Zuckerberg gegründeten Unternehmen gehören heute auch weitere populäre Dienste wie Instagram und WhatsApp.

Im März 2018 wurde bekannt, dass die Analysefirma Cambridge Analytica 87 Millionen Facebook-Profile illegal erworben haben soll. Mit diesen Daten soll das Unternehmen Persönlichkeitsprofile erstellt und während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2016 zugunsten von Donald Trump Menschen beeinflusst haben. Seit dem Skandal um Cambridge Analytica musste sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg regelmäßig wegen der Geschäftspraktiken seines Unternehmens rechtfertigen, unter anderem in Anhörungen vor dem US-Kongress und dem EU-Parlament.