Das Konto von Twitter-Chef Jack Dorsey, @jack, ist gehackt worden und hat mehrere fragwürdige Tweets verbreitet – darunter rassistische Verunglimpfungen und eine Bombendrohung. Einige der Tweets enthielten das Hashtag ChucklingSquad, das als möglicher Hinweis auf die Hackergruppe gilt. Twitter sei sich bewusst, dass sich jemand unbefugt Zugang zum Account des Vorstandsvorsitzenden verschafft habe, und untersuche den Vorfall, teilte das Unternehmen mit.

In einem der Tweets an seine mehr als vier Millionen Follower hieß es: "Nazideutschland hat nichts falsch gemacht." Twitter löschte die Tweets rasch wieder aus Dorseys Timeline. Für das börsennotierte Unternehmen ist der Vorfall so unangenehm wie erklärungsbedürftig. Eine gute Stunde nach dem Zwischenfall erklärte Twitter, Dorseys Account sei nun wieder gesichert. Darüber hinaus gebe es "keinen Hinweis, dass die Systeme von Twitter kompromittiert wurden".

Einige Twitter-Nutzer stellten angesichts des Vorfalls die Sicherheitsmechanismen in dem Kurzbotschaftendienst infrage. "Wenn ihr Jack nicht schützen könnt, könnt ihr gar niemanden schützen", schrieb ein Nutzer.

Der britische IT-Sicherheitsberater Graham Cluley sagte, der Vorfall unterstreiche die Dringlichkeit der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung, mit der Nutzerinnen und Nutzer von Onlinediensten ihre Identität durch zwei verschiedene Komponenten, etwa das Passwort und die Handynummer, bestätigen müssen. Es sei "schwer zu sagen", wie es den Hackern gelungen sei, Dorseys Konto zu knacken. Neben einer fehlenden Zwei-Faktor-Authentifizierung käme aber unter anderem ein unsicheres Passwort infrage, sagte Cluley.

US-Präsident Donald Trump, der mehr als 60 Millionen Follower hat und dessen Tweets internationale Krisen und Börsenknicks auslösen können, zeigte sich auf Nachfrage sehr gelassen. "Ich hoffe, dass sie meinen Account nicht hacken. Aber im Grunde, falls sie es machen, dann wissen sie ja auch nicht viel mehr als das, was ich sowieso verbreite", sagte er am Freitagabend vor Journalisten im Weißen Haus. "Das wäre nicht so schlimm."