Facebook hat seine Nutzereinstellungen zur Markierung und Gesichtserkennung geändert. Die bisherige Praxis, Gesichter auf hochgeladenen Fotos Freunden zur Markierung vorzuschlagen, wurde abgeschafft.

Damit reagiert der Konzern auf eine Klage im US-Bundesstaat Illinois wegen der Markierungsfunktion. Ein Bundesgericht hatte jüngst entschieden, dieser Klage stattzugeben.

Nun werden Fotos und Videos automatisch gescannt, um herauszufinden, ob Nutzer darin auftauchen. Dieses neue, breiter angelegte Gesichtserkennungsfeature identifiziert laut Facebook Gesichter auf Inhalten für verschiedene Funktionen, ohne dass sie vorher markiert wurden. Zum Beispiel sollen Nutzerinnen auch dann informiert werden, dass sie auf einem Foto zu sehen sind, wenn sie dort nicht getaggt wurden.

Auch Facebook-Likes bald nicht mehr öffentlich?

Die neue Gesichtserkennung soll per Voreinstellung ausgeschaltet und freiwillig sein. Wer die Markierungsfunktion bislang ausgestellt hatte, bekommt laut Facebook eine Benachrichtigung angezeigt und kann diese anschalten oder abgestellt lassen. Neue Nutzer oder diejenigen, die die Markierungsvorschläge zuvor aktiviert hatten, bekommen das neue Feature direkt angezeigt.

Wie ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, erwägt Facebook eine weitere Änderung und will möglicherweise künftig die Anzahl der Likes für den Beitrag eines Users nicht mehr öffentlich anzeigen. Diese Reform werde erwogen, hieß es.

Durch den Klick auf den Like-Button bekundet ein Nutzer der Onlinenetzwerke, dass ihm der Kommentar, das Foto oder das Video eines anderen Nutzers "gefällt". Die Zahl der Likes ist unter den Nutzern ein Statussymbol. Die Messung der Likes erzeugt aber auch bei vielen den Druck, Inhalte mit potenziell möglichst hohem Popularitätswert einzustellen.

Bei der Bilderplattform Instagram, einem Tochterunternehmen von Facebook, wird bereits mit einer solchen Abschaffung der öffentlichen Like-Anzeige experimentiert. In mehr als einem halben Dutzend Ländern kann nur noch der Inhaber des jeweiligen Kontos die Zahl seiner Likes sehen, nicht aber die anderen Nutzer. Instagram geht es nach eigenen Angaben darum, dass die Nutzer ihre Aufmerksamkeit stärker auf die Inhalte selbst richten sollen – und nicht darauf, wie viele Likes eine Veröffentlichung in den Netzwerken bekommen könnte oder schon bekommen hat.