Eine Hackergruppe mit Verbindungen zur iranischen Regierung hat nach Angaben von Microsoft E-Mail-Konten angegriffen, die mit den Wahlen in den USA im kommenden Jahr in Verbindung stehen. Die aus dem Iran operierende Gruppe "Phosphorous" habe innerhalb eines Monats rund 2.700 E-Mail-Konten von Microsoft-Kunden identifiziert und 241 davon angegriffen, so das Unternehmen. Die Konten gehörten demnach zum Wahlkampfteam eines Präsidentschaftskandidaten, zu aktuellen und früheren US-Regierungsmitarbeitern, Journalisten und Exiliranern. Nur vier E-Mail-Konten seien kompromittiert worden.

"Obwohl die Angriffe, die wir heute bekanntmachen, technisch nicht sehr ausgeklügelt waren, haben sie versucht, eine bedeutende Menge persönlicher Daten abzugreifen", erklärte Microsoft. Die Hacker hätten damit feststellen wollen, welche Konten zu ihren Zielpersonen gehörten und in einigen Fällen auch Angriffe geplant. "Diese Bemühungen legen nahe, dass 'Phosphorous' hoch motiviert und willens ist, bedeutsame Arbeitszeit und Ressourcen in Nachforschungen und andere Methoden der Informationsgewinnung zu investieren", hieß es.

Unklar, welcher Kandidat betroffen ist

Microsoft mache den Vorgang bekannt, um Transparenz in Fällen zu garantieren, die auf eine "Störung der demokratischen Prozesse" durch andere Staaten abzielten. Das Softwareunternehmen teilte jedoch nicht mit, welche Präsidentschaftskampagne von den Hackern angegriffen wurde. "Phosphorous" habe sich darauf konzentriert, Konten auf dem Weg der Passwortwiederherstellung zu übernehmen. In einigen Fällen hätten sie auch Telefonnummern der Ziele gesammelt.

Vertreter der US-Regierung haben in der Vergangenheit gewarnt, China, Russland oder der Iran könnten versuchen, die Präsidentschaftswahl im November 2020 zu beeinflussen. Mit Russland in Verbindung stehende Hacker und Trolle hatten auf die Wahl 2016 Einfluss genommen.