Der norwegische Verbraucherrat wirft den Betreibern mehrerer Dating-Apps vor, persönliche Daten ihrer Nutzerinnen und Nutzer an Dritte verkauft zu haben. Einem Bericht des Verbraucherrats zufolge soll unter anderem die Dating-App Grindr Informationen über die sexuelle Orientierung ihrer User weitergegeben haben. Damit verstießen die Betreiber gegen europäisches Recht.

Auch die GPS-Daten, IP-Adressen und Angaben zu Alter sowie Geschlecht seien zu Werbezwecken an mehrere Unternehmen weitergereicht worden. In der Kritik steht demnach auch die Dating-App Tinder, die laut dem Bericht Nutzerdaten mit mindestens 45 Unternehmen der Match Group teilte. Auch Qibla Finder, die Perioden-App MyDays sowie die für Kinder konzipierte Anwendung My Talking Tom 2 sollen Daten weitergegeben haben.

Für den Bericht hatten die Verbraucherschützer zehn Apps untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass "die Werbebranche systematisch gegen das Gesetz verstößt". 20 Monate nach Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung würden die Verbraucher immer noch umfassend ausgespäht und hätten "keine Möglichkeit, in Erfahrung zu bringen, welche Unternehmen ihre Daten verarbeiten und wie sie gestoppt werden können".