Facebook hat den Start seines neuen Dating-Dienstes in Europa verschoben. Medienberichten zufolge hatte ein irischer Datenschutzbeauftragter Bedenken an dem neuen Service geäußert. Eigentlich sollte die Kennenlern-Funktion Facebook Dating am Valentinstag in Europa eingeführt werden. In den USA gibt es den Dienst schon seit September. Zuvor hatte es eine Testphase gegeben. 

Die irische Datenschutzbehörde IDPC kritisierte, dass sie erst zehn Tage vor der geplanten Einführung in Europa davon erfahren habe. Facebook hätte es versäumt, der Behörde eine Datenschutzprüfung des Dienstes zu ermöglichen. Die Behörde inspizierte daraufhin die Zentrale von Facebook in Irland, um die Beschaffung der relevanten Unterlagen zu beschleunigen. Irland ist mit der Beobachtung von Facebook beauftragt, weil der Konzern in Dublin seine europäische Zentrale hat.

Facebook bestätigte die Verschiebung: Man wolle sich etwas mehr Zeit lassen, um sicherzustellen, dass das Produkt für den europäischen Markt reif sei. "Wir haben sorgfältig gearbeitet, um strenge Sicherheitsvorkehrungen zu schaffen und diese Informationen mit der IDPC vor der Freischaltung geteilt", sagte eine Sprecherin des Unternehmens.

Bei Facebooks Flirt-Funktion können Nutzerinnen und Nutzer im Alter über 18 Jahren ein separates Dating-Profil anlegen. Facebook schlägt dann potenzielle Partnerinnen und Partner vor – auf Grundlage seines Wissens über Interessen und Aktivitäten der Nutzerinnen. Facebook-Freunde sind davon ausgenommen, außer man kennzeichnet sie im Dating-Profil als "heimlichen Schwarm". Davon erfahren die Nutzer dann nur, wenn es eine gegenseitige Übereinstimmung gibt.

Um die neue Funktion sicher zu gestalten, können zwischen den Dating-Profilen keine Fotos, Weblinks, Videos oder Zahlungen verschickt werden, hieß es von Facebook zum US-Start der Funktion im vergangenen September. Jeder könne einen anderen Nutzer blockieren oder melden. Facebook gibt Nutzerinnen zugleich die Möglichkeit, Inhalte aus der konzerneigenen Fotoplattform Instagram einzubinden.