Lebenskrisen, Suchterkrankungen, Zwangseinweisungen in die Psychiatrie, meldepflichtige Infektionen oder Verdachtsfälle von Kindeswohlgefährdung: Gesundheitsämter verwalten viele sensible Daten. Die damit verbundenen privaten Informationen vor Zugriffen zu schützen, sollte für jeden, der damit arbeitet, oberste Priorität besitzen.
Doch wie eine Recherche von ZEIT ONLINE zeigt, ist das in Rheinland-Pfalz nicht unbedingt der Fall. Die Software, mit der all diese Informationen und Diagnosen der dafür zuständigen Gesundheitsämter gespeichert und bearbeitet werden, ist veraltet und unsicher. Sie gestattet viel zu vielen Unbeteiligten Einblick in sensible Informationen. Zudem hat sie Sicherheitslücken, die es Angreifern ermöglichen, Daten zu stehlen, zu verändern oder zu verschlüsseln. Und obwohl das zuständige Ministerium von Sicherheitsanalysten davor gewarnt wurde, wird diese Software, die dort schon seit vielen Jahren im Einsatz ist, auch weiter genauso genutzt und soll noch lange genutzt werden.