Brütal Legend  von David Hugendick

Eddie Riggs ist Roadie von Beruf, ein gutmütiger Haudrauf. Tausende Bühnen und Langhaarfrisuren hat er erlebt, der Bauch schwappt unterm T-Shirt, seine besten Tage sind vorüber. Brütal Legend heißt das Spiel, das manchem bereits am sogenannten "Metal-Umlaut" verrät, worum es sich hier handelt: ein Heavy-Metal-Abenteuer!

Durch einen Zufall wird Eddie hinein geworfen in eine Parallelwelt, die er nun vom Dämon Ormagöden befreien soll. Auf Eddies Rücken kreuzen sich eine Axt und eine Gitarre, von der aus er Gitarrensoli in die Welt schicken kann, die wahlweise Gegner entflammen oder ihnen die Gesichter zerschmelzen. Das ist die Kraft des Heavy-Metal. Und ständig spielt dieser: Zum Beispiel, wenn Eddie seinen Hot Rod, diesen aufgemotzten Ami-Schlitten, durch verschwefelte Ebenen lenkt und birkendüstere Wälder, neue Mitstreiter sucht oder Dämonen im Autorennen besiegt, wählt man aus mehr als 100 Titeln das passende Lied zu diesem überdrehten Spiel. Neues aus Death-Metal, Speed-Metal, Thrash-Metal und Altbewährtes von Iron Maiden, Megadeth, Motley Crüe, Manowar.

Und wen wir alles treffen: Rob Halford, der einst für Judas Priest kreischte, Mötorheads Bassisten Lemmy Kilmister, und auch Ozzy Osborne steht einem als "Hüter des Metal" bei. An jeder Weggabelung warten weitere Referenzen an die Musik, der hier allumfassend gehuldigt wird. Steindrachen, wüst geschminkte Fans, taube Altrocker, Metallspinnen, überhaupt abstruse Monster und noch abstrusere Sehenswürdigkeiten (mit einem Standfernglas zu betrachten): Aus Boxen türmt sich ein Gebirge, ein tiefschwarzer Fluss kriecht durchs Land, gigantische, vom Himmel abgeworfene Schwerter stecken in der Erde, und da drüben grüßt ein Fels namens Mount Rockmore. Was immer wir auf Plattenhüllen an mühevoll gezeichneten Albernheiten entdeckt haben: Der Programmierer Tim Schaeffer hat kaum etwas vergessen in seiner äußerst humorvollen Hommage an ein oft humorloses Musikgenre.

Auch an die Kinder hat er gedacht: Am Anfang fragt der Held, ob man die unzensierte (sehr blutige) oder die jugendfreie (blutlose) Version spielen will. Soll noch einer sagen, Metal sei nur böse.