Konsole oder PC – das war bislang der Streit, der die Computerspieler-Welt entzweite. Doch während Puristen noch immer über die Vor- und Nachteile der beiden Plattformen streiten, macht sich neben immer beliebteren Onlinespielen ein weiterer Konkurrent auf dem Videospielfeld breit: Mobile Gaming heißt der aktuelle Trend, Handyspiele also. 

Um 52 Prozent wuchs der Handyspiele-Markt nach Angaben von DB Research allein in Deutschland zwischen 2003 und 2007. Vermutlich hat der Markt seitdem noch einmal deutlich zugelegt. Seit drei Jahren bietet sich das iPhone mit seinem App-Store als Spieleplattform an, Android zieht langsam nach, rasant wächst generell die Zahl der Smartphone-Besitzer.

Weniger Brett- oder Kartenspiele, wie es sie noch auf den ersten Mobiltelefonen gab, sondern komplexe Sport, Renn- und Rollenspiele, Flugsimulationen und Jump & Run Titel dominieren inzwischen den Markt.

Die neuen Spiele entwickeln sich schnell, einige Titel bieten mitunter bis zu 20 Stunden Spielspaß und anspruchsvolle 3D-Grafiken. Gemessen an der kurzen Entwicklungszeit ist das erstaunlich. Wie Michael Schade, Chef des Hamburger Entwicklungsstudios FISHLABS, kürzlich erklärte , bekommt ein Smartphone etwa alle 12-18 Monate ein Update verpasst. Zwischen zwei Konsolen-Generationen liegen dagegen durchschnittlich fünf bis sieben Jahre. Von der nächsten Generation der "iDevices" (iPhone, iPad) erwarte man die 4-fache Rechenleistung, sagte Schade gegenüber ZEIT ONLINE. Damit würden sie zu den bestehenden Konsolen aufschließen.

Auch die Zielgruppen verändern sich. Bedarf es für PC-Spiele noch eines gewissen Technik-Verständnisses, zielen die meisten Handyspiele auf den sogenannten Casual Gamer , den Gelegenheitsspieler. Zu diesen gehören mittlerweile auch vermehrt ältere Menschen und Frauen – ein Markt, um den Konsolen und PC-Spiele ebenfalls kämpfen.

Greg Zeschuk, Mitbegründer der Spieleschmiede BioWare, die sich auf qualitativ hochwertige Rollenspiele spezialisiert, sieht ebenfalls im mobilen Segment die Zukunft. Wie er vor Kurzem auf der Develop Conference in Brighton sagte, könnten darunter vor allem die Konsolen das Nachsehen haben: Spiele für mobile Konsolen wie Sonys PSP und Nintendos DS verloren zwischen 2008 und 2009 bereits Marktanteile, während sie für Apples iPhone von 5 Prozent auf 19 Prozent stiegen.