Als Nintendo seine neue Generation der Spielkonsole DS im vergangenen Jahr auf der Branchenmesse E3 präsentierte, waren Entwickler wie Pressevertreter begeistert von der Grafikpracht, die der 3DS offenbarte. Technisch konkurrenzlos, eröffnete Nintendo eine dreidimensionale Welt , die sich ohne Brille erleben lässt.

Doch das Gerät verkaufte sich schlecht, zumindest sehr viel schlechter, als der Hersteller es sich erhoffte. Berichte, der dreidimensionale Schirm verursache schnell Kopfschmerzen, mögen dabei eine Rolle gespielt haben. Vor allem aber ging es um den Preis.

2005 erschien der erste DS in Europa zu einem Preis von rund 150 Euro. Nachfolger wie der DSi oder DS Lite pendeln bis heute zwischen einem Preis von 150 und 120 Euro. Der dreidimensionale DS aber sollte 250 Euro kosten, inklusive eines Spiels waren es dann schon 290 Euro.

Angesichts der enthaltenen Technik ist das vielleicht nachvollziehbar, jedoch hat Nintendo das Problem, dass die DS-Familie noch immer zu den Konsolen gehört, die vorwiegend von Kindern gekauft werden. Taschengeld und Feiertage bestimmen den Erwerb eines neuen Gerätes, nicht vordergründig eine vielleicht revolutionäre Technik.

Es ist nicht klar, ob Nintendo nur auf hohem Niveau jammert, oder ob die Verkaufszahlen wirklich ein bedrohliches Problem darstellten. Klar ist nur die Reaktion: Fünf Monate nach dem Erscheinen zog Nintendo die Notbremse. Für rund 160 Euro wird die Konsole jetzt angeboten und liegt damit auf dem Niveau ihrer Vorgänger. Der Preisnachlass von 40 Prozent soll die Verkäufe ankurbeln.

Doch geht es dabei nicht nur um die Käufer. Vor allem um die Entwickler macht sich Nintendo Sorgen. Es sei sehr wichtig, den Firmen das Vertrauen in die Konsole zurückzugeben, zitiert das Spieleentwickler-Magazin Gamasutra Nintendo-Präsidenten Satoru Iwata. Ohne Firmen, die auf gute Verkäufe hoffen und sich daher Spiele für die Plattform ausdenken, hat eine neue Konsole kaum eine Chance. " Content really is king ", sagte Iwata dann auch auf der Spiele-Entwicklermesse GDC im März: Der Inhalt sei wirklich wichtig.

In den Augen der Entwickler war eine Preisreduzierung überfällig und scheint gerade noch rechtzeitig zu kommen. "Der Preis war ein Problem", sagt Takashi Iizuka, Produzent des Spiels Sonic Generations . "Nintendo hat das noch rechtzeitig erkannt und den Preis reduziert. Wenn Nintendo jetzt noch ein breiteres Spieleangebot bereitstellt, sollte der 3DS sich besser machen."