Ich vermisse die Zeit, in der ich in den Laden gehen, ein Spiel kaufen, es einlegen und sofort spielen konnte. Das geht immer seltener. Mittlerweile muss ich mich als Gamer häufig online für ein Spiel registrieren oder sogar während des Spiels mit dem Internet verbunden sein.

Verantwortlich für diese Entwicklung sind vor allem die Spielehersteller und Publisher Valve, Ubisoft und Electronic Arts (EA). Sie haben die Welt der Computerspiele revolutioniert. Allerdings finde ich die Richtung, die sie eingeschlagen haben, bedenklich. Ich möchte kein gläserner Gamer sein. Ich möchte nicht preisgeben, wann ich was spiele. Ich möchte meinen Spielstand auf meinem Rechner haben und nicht den Launen der Spiele-Publisher ausgeliefert sein.

Nehmen wir das Beispiel Steam: Bei dieser Plattform von Valve kann ich ein Spiel online kaufen und muss nicht mehr in den Laden gehen. Das hat viele Vorteile, beispielsweise können Spiele so eine größere Datenmenge in Anspruch nehmen, als auf eine DVD passt – vorausgesetzt die Kunden haben eine stabile und schnelle Internetverbindung, um die großen Datenmengen herunterzuladen. Das Problem ist nur: Auch wenn ich mir ein Spiel wie Empire TW im Laden kaufe, verlangt Steam, dass ich mir einen Onlineaccount zulege. Ich kann mein gekauftes Spiel nur spielen, wenn ich online bin, obwohl ich keinen Nutzen davon habe.

Immer online

Seit der Entwicklung von Origin, dem Onlineservice von EA, gibt es für viele EA-Spiele einen Onlinezwang. Ursprünglich war sogar angedacht, die Kommunikation der Spieler von Origin zu überwachen. Das sollte so auch im Lizenzvertrag festgehalten werden. Nach anfänglichen Protesten seitens der Community nahm EA wieder Abstand von der Idee.

Auch Ubisoft zwingt die Benutzer dazu, sich online zu registrieren und permanent online zu sein. Spielstände werden online gespeichert und verwaltet. Ohne jede Ausnahme. Erst nach einigen Monaten oder Jahren sollen die Bestimmungen gelockert werden, um die Server zu entlasten.

Mit den Systemen von Valve, EA und Ubisoft sind einige Risiken verbunden. Kunden können nicht spielen, wenn zum Beispiel ein Server überlastet ist oder Wartungsarbeiten stattfinden. Spielstände können verloren gehen. Auch die Sicherheit der Kundendaten kann nicht garantiert werden, wie Hackerangriffe immer wieder zeigen.

Spielehersteller riskieren so, ehemals zufriedene und treue Kunden zu verlieren. Dabei ist das Problem meist nicht das Spiel selbst, sondern die Bedingungen, auf die sich Spieler einlassen müssen. Das zeigt der Blick auf die Kundenrezensionen bei Amazon. Assassins Creed 2 war einer der ersten Titel, die in der PC-Version mit Onlinezwang verkauft wurden. Die Version für die Playstation 3 ohne Onlinezwang erhielt viel bessere Rezensionen.