Das Duell um die Vorherrschaft im Wohnzimmer erreicht an diesem Freitag seinen vorläufigen Höhepunkt. Zwei Wochen nach dem Nordamerika-Start bringt Sony die Playstation 4 (PS4) in 30 weiteren Ländern in den Handel, unter anderem auch in Deutschland. Der Gegner im Duell heißt Xbox One: Microsoft veröffentlichte seine Konsole bereits Ende letzter Woche. In den Verkaufsregalen stehen sich die Hightech-Spielemaschinen nun direkt gegenüber. Die nächsten Monate entscheiden darüber, welche von beiden den besseren Start erwischt.

Auf den ersten Blick betrachtet unterscheiden sich die beiden Konsolen vor allem durch den Preis: Die PS4 kostet 399 Euro, die Xbox One exakt 100 Euro mehr. Im Lieferumfang der Xbox One ist allerdings ein Kinect-Sensor enthalten, der Sprachbefehle und Körperbewegungen aufzeichnet. Die PS4 bietet mit der Playstation Camera ebenfalls einen Bewegungssensor, der jedoch 70 Euro extra kostet und nicht so präzise ist wie Kinect. Die Wahlfreiheit ist ein Pluspunkt für die PS4 – allerdings auch nur dann, wenn man zunächst einmal auf Bewegungssteuerung verzichten will.

Die Hersteller definieren ihre Konsolen sehr unterschiedlich. Die Xbox One ist für Microsoft eine Multimedia-Schaltzentrale fürs Wohnzimmer. Sony dagegen hat immer wieder betont, dass die PS4 in erster Linie für Spieler konstruiert wurde, die keine ausufernden Zusatzfunktionen brauchen.

Die Xbox One kann da nicht völlig überzeugen: Trotz leistungsfähiger Hardware sind bei einigen Spielen grafische Abstriche fällig, außerdem ist das Spieleangebot zunächst nicht gerade berauschend. Die PS4 macht nun einiges, aber beileibe nicht alles besser als die Xbox. Das zeigt ein Test der Konsolen-Hardware- und Software.

Rein optisch macht sich die PS4 im Wohnzimmer schon einmal gut. Das Gehäuse ist kompakter als das der Xbox One, das Design ansprechender, das Netzteil ist zudem in die Konsole integriert.

Bis zu vier Controller können parallel mit der PS4 verbunden werden, allerdings hat die Konsole nur zwei USB-Anschlüsse. Der Stromverbrauch ist im Menü-Modus schon etwas höher als der einer Xbox One, in Spielen erreicht er bis zu 150 Watt. Das Chassis der PS4 wird dabei ziemlich heiß, die Konsole sollte deshalb an einem Ort mit ausreichender Luftzirkulation platziert werden. Gleichwohl bleibt der Lüfter auch im Intensivbetrieb erfreulich leise.

Ein Vorteil gegenüber der Xbox One ist, dass man die Festplatte austauschen kann. Zwar hat das eingebaute Modell 500 Gigabyte Speicherplatz, doch angesichts der immer größeren Datenmengen ist das wenig. Externe Datenträger erkennt die PS4 leider nicht, man kann also nicht mal eben ein paar Speicherstände auf einen USB-Stick kopieren. Das BluRay-Laufwerk soll nach einem Patch auch 3-D-Filme abspielen können.

Längst nicht so leistungsfähig wie moderne Gaming-PCs

Das Thema 3-D-Gaming, früher ein großes Anliegen von Sony, scheint derzeit kaum noch eine Rolle zu spielen. Und das, obwohl die Leistung der PS4 dafür prädestiniert erscheint: Die Konsole rechnet ungefähr zehnmal so schnell wie ihre Vorgängerin.

Sowohl PS4 als auch Xbox One besitzen eine PC-ähnliche Rechenarchitektur. Das dürfte auch den Studios zugute kommen, die Spiele für alle Plattformen entwickeln. Insgesamt ist die PS4 etwas schneller als die Xbox One. Das zeigt sich vor allem bei grafisch aufwändigen Spielen, die auf der PS4 meist in voller Auflösung (1080p) laufen, während die Xbox One häufig nur 720p liefert. Trotz ihrer Leistungsfähigkeit können beide Konsolen aber nicht mit aktuell bestückten Gaming-PCs mithalten.

Bei den Ladezeiten ist die PS4 der Konkurrenz-Konsole ziemlich deutlich voraus: Schon nach wenigen Sekunden startet das Spiel; man wartet nicht 30 Sekunden und länger wie auf der Xbox One. Selbst wenn ein Game noch nicht fertig installiert ist, kann man schon mit dem Spielen beginnen. Dafür bietet die PS4 allerdings kein nahtloses Umschalten zwischen Games und TV, wie es die Xbox One kann.