Zwei Teams mit je fünf Spielern treten gegeneinander an und versuchen, sich gegenseitig umzubringen und die gegnerische Basisstation zu zerstören. Das ist, vereinfacht gesagt, das Grundprinzip der sogenannten Mobas. Die Abkürzung steht für Multiplayer Online Battle Arena und für eine Computerspielgattung, die in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erlebt hat.

Mobas wie League of Legends (LoL) zählen zu den meistgespielten PC-Games überhaupt. In Spitzenzeiten loggen sich bis zu fünf Millionen LoL-Nutzer ein, um mit- und gegeneinander Schlachten zu schlagen. Längst hat sich das Genre auch als eSport-Disziplin etabliert – mit jubelnden Fans, Livestreams und teils siebenstelligen Preisgeldern. Immer mehr Publisher bringen deshalb eigene Mobas auf den Markt. Warum aber ist das Genre eigentlich so beliebt?

Entstanden ist es bereits im Jahr 2003: Damals erschien Defense of the Ancients (DotA), eine Modifikation des Echtzeit-Strategiespiels Warcraft III. Die Moba-Grundformel hat sich seitdem kaum verändert: Zwei Teams treten auf einer symmetrisch aufgebauten Karte gegeneinander an, das Ziel ist die Zerstörung der feindlichen Basis. Jeder Spieler steuert dabei einen einzelnen Helden, dessen Fertigkeiten sich im Laufe des Matches verbessern lassen. Die Stützpunkte der Teams sind durch drei Hauptwege (lanes) verbunden, auf denen Verteidigungsanlagen wie etwa Kanonentürme stehen. 

Ein weiterer Spielbestandteil sind schwache, computergesteuerte Einheiten (minions), die regelmäßig in den Basen auftauchen und dann Richtung Feind marschieren. Das Töten gegnerischer minions bringt Spielern Gold, das sie in bessere Ausrüstung stecken können. Am meisten verdient man mit dem Töten gegnerischer Helden, die anschließend in der Basis wiederbelebt werden. Die allermeisten Mobas spielt man aus der Draufsicht. Kaum ein Match dauert länger als 45 Minuten.

Für die Popularität der Mobas gibt es eine Reihe von Gründen. Einer davon ist das Free-to-Play-Prinzip: Die Spiele können grundsätzlich kostenlos im Client-Programm oder im Browser gespielt werden. Die Anbieter verdienen ihr Geld mit Mikrotransaktionen – Kleinbeträgen, die Spieler für Heldenmonturen und schnelles "Aufleveln" ausgeben. 

Zweitens lockt der starke Wettkampfcharakter: Anders als etwa in Online-Rollenspielen wie World of Warcraft bekommt man es in Mobas stets mit echten Gegnern zu tun; das ausgeklügelte Ranking-System sorgt für direkte Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Spielern und motiviert langfristig zum Mitmachen. Nicht wenige Spieler träumen wohl von einer Karriere als eSportler und eifern ihren gutbezahlten Idolen nach.

Einfach zu erlernen, schwierig zu meistern

Drittens beanspruchen die einzelnen Matches vergleichsweise wenig Zeit: Statt ellenlanger Quests und Aufbau-Marathons zählt der direkte Schlagabtausch.

Wer das Spiel allerdings wirklich beherrschen will, muss viel Zeit investieren. Nach dem Motto "Einfach zu erlernen, schwierig zu meistern" bieten die meisten Mobas eine taktisch-strategische Tiefe, die sich erst mit viel Erfahrung und einem gut organisierten Team ausloten lässt. In Defense of the Ancients 2 etwa gibt es mehr als 100 Heldenfiguren, die ganz unterschiedliche Rollen einnehmen können – vom beschützenden Lane Support bis hin zum Nuker, der besonders großen Schaden anrichtet. Die Team-Mitglieder verständigen sich per Chat: Für den gibt es in DoTA 2 Dutzende Abkürzungen.

32 Millionen aktive Spieler

Marktführer unter den Mobas ist das schon erwähnte League of Legends der Firma Riot Games. Seit seinem Start im Oktober 2009 verzeichnete LoL gewaltige Zuwachsraten, im Oktober 2012 hatte es bereits 32 Millionen aktive Spieler. Im Juli 2013 veröffentlichte Valve das Konkurrenzspiel DotA 2, das mittlerweile zum populärsten Spiel auf Steam avancierte. Ein dritter namhafter Genrevertreter ist Heroes of Newerth (HoN), veröffentlicht im Jahr 2010.

Venturebeat.com hat die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Spiele auf den Punkt gebracht: LoL ist besonders einsteigerfreundlich und hat die größte Auswahl an Spielmodi, DotA 2 und HoN sind komplexer, wobei HoN-Games etwas rasanter ablaufen. Alle drei Spiele bieten mehr als 100 Heldenfiguren zur Auswahl; bei LoL sind allerdings nur zehn Helden gratis spielbar. Die vielen Unterschiede im Details werden in den Spielerforen eifrig diskutiert.

Dennoch gibt es nicht wenige Kritiker, die dem Genre Uniformität unterstellen. "Seien wir doch ehrlich: MOBAs sind im Prinzip alle gleich. Vielleicht nicht von der Qualität her, aber von den zentralen Spielmechanik her. Das hemmt Neuerungen", schreibt etwa Dominic Sacco im britischen Technologiemagazin PCR.