Spielbetrüger aus China sind zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil sie Mitgliedern des Onlinerollenspiels World of Warcraft um ihre virtuellen Goldreserven und ihre Ausrüstung gestohlen haben. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf die chinesische Nachrichtenseite Zhejiang Online.

Bei den zehn Verurteilten handele es sich nicht um Hacker. Vielmehr hätten die Täter die Zugangsdaten zu den Accounts der Mitglieder gekauft: Bis zu vier Euro pro Spieler-Account sollen sie auf dem Schwarzmarkt bezahlt haben. Geld gemacht haben die Diebe dann mit dem Verkauf des virtuellen Goldes und der Ausrüstung der Spieler.

Geschädigt wurden dem Bericht zufolge 11.500 Mitglieder des Onlinerollenspiels. Die Betrüger verkauften die Spielwährung zu dem Preis von etwa ein bis zwei Euro für jeweils 10.000 Goldmünzen. So erbeuteten die Täter rund 8.000 Euro.

Zwei Jahre Haft für den Anführer der Bande

Das Gericht von Songyang verurteilte die zehn Angeklagten als Bandenmitglieder zu mehrmonatigen Haftstrafen, weil sie sich illegal Zugang zu Computerdaten verschafft, die Informationen gespeichert und weitergeleitet hatten. Der Chef der Gruppe erhielt die Höchststrafe: Er muss für zwei Jahre ins Gefängnis und eine Geldstrafe von knapp 600 Euro zahlen.  

World of Warcraft ist weltweit eines der populärsten Onlinerollenspiele. In den vergangenen Monaten ist die Anzahl der Mitglieder laut Spieleportal IGN aber zurückgegangen. Vor drei Jahren hatten noch etwa zwölf Millionen Mitglieder das Onlinespiel abonniert, derzeit sind es noch 7,6 Millionen.