Gamer sind Menschen, die Spaß an Computerspielen haben. Manche von ihnen haben so viel Freude am Zocken, dass sie Videos über ihre Lieblingsspiele drehen und diese dann auf YouTube veröffentlichen. Damit können sich andere Spielefans ganz unvoreingenommen ein Bild davon machen, ob sich der Kauf dieses Games auch für sie lohnt. Informationsaustausch unter Gleichgesinnten also.

So unschuldig funktioniert es natürlich nur in der Theorie. Immer mehr YouTube-Nutzer, die Berichte über Spiele oder sogenannte Let's-Play-Videos posten, haben dabei ein finanzielles Interesse. Google beteiligt erfolgreiche Nutzer über ein Partnerprogramm an den Umsätzen, die mit Werbeanzeigen in den Videos erzielt werden. Doch das ist nicht die einzige Einnahmequelle. Viele Spielehersteller sind offensichtlich bereit dafür zu bezahlen, wenn ihre Titel auf YouTube erwähnt werden.

Seit Beginn der Woche machen Berichte darüber die Runde, dass Microsoft den YouTubern aus dem Netzwerk der erfolgreichen Machinima-Plattform Geld für die Erwähnung seiner neuen Konsole Xbox One bezahlt hat. Machinima ist die wichtigste Video-Plattform rund um Computerspiele auf YouTube. Über Games berichten die Mitglieder des Netzwerks in zahlreichen unterschiedlichen Formaten und erreichen monatlich nach eigenen Angaben 2,4 Milliarden Videoaufrufe. Den Berichten zufolge erhielten Machinima-Partner drei Dollar pro 1.000 Videoabrufen, wenn sie mindestens 30 Sekunden Videomaterial zur Xbox übernahmen und das Gerät beim Namen nannten.

Das ist von den Beteiligten mittlerweile im Wesentlichen bestätigt worden. Allerdings ist es nicht die Zusammenarbeit an sich, die für Irritationen sorgt. Bei der handele es sich nämlich "um eine typische Marketing-Partnerschaft, um im Dezember die Xbox One zu promoten", wie Microsoft und Machinima in einem gemeinsamen Statement abwiegeln. 

Keine negativen Äußerungen erlaubt

Wellen schlägt vielmehr eine Stillschweigevereinbarung, die es offenbar gab. Der zufolge sollten sich die YouTube-Nutzer nicht negativ über die Konsole und vor allem nicht über das Wesen der Vereinbarung äußern. Eine solche Zusammenarbeit nicht offenzulegen, verstößt aber gegen die Regularien der US-Handelskommission FTC. Und Microsoft ist augenscheinlich nicht das einzige Unternehmen aus der Branche, das solche Vereinbarungen trifft.

Das Onlinemagazin The Verge hat darauf hingewiesen, dass auch Electronic Arts (EA) YouTube-Nutzer dafür bezahlt, wenn sie Spiele von EA erwähnen. Videomacher können sich dafür bei Ronku anmelden, "einem exklusiven Programm von EA, das YouTube-Gamer mit den Leuten in Verbindung bringen soll, die jene Games herstellen, die sie gerne spielen", wie es auf der Website heißt.