Wenn Super Mario ein ihm entgegenwackelndes Panzertier berührt, schrumpft er. Am Ende ist der niedliche Klempner mit der roten Mütze dann noch nicht, aber er verliert seine Superkräfte. Und er braucht nun dringend einen magischen Pilz, um zu alter Stärke zurückzufinden.

Jeder, der einmal den Jump-and-run-Klassiker Super Mario Bros. gespielt hat oder einen der unzähligen Ableger rund um die erfolgreichste Spielfigur der Welt, dürfte diese Situation kennen. Marios Vater, der japanische Spieleentwickler Nintendo, steht derzeit vor einem ganz ähnlichen Problem: Drei Jahre in Folge wurden Verluste eingefahren. Die jüngste Konsole Wii U verkauft sich so schlecht, dass bald deutliche Preissenkungen für den Einzelhandel empfohlen werden sollen. Und nirgendwo ist ein Zauberpilz in Sicht.

In der Branche fragt sich mancher, ob eine Pleite des legendären Herstellers nur eine Frage der Zeit ist.

Zwar bieten Nintendos Wii U sowie die mobile Konsole 3DS anspruchsvolle, ausgereifte Spiele. Aber die Konkurrenz mit aufwändigen Entwicklungen für den PC und für die zum Jahresende rundum erneuerten Konsolen von Microsoft und Sony ist stark. Womöglich passt Nintendos Geschäftsmodell auch nicht mehr in die heutige Realität der Spieler. "There’s trouble in Mario’s house", schreibt die Mashable("Mario hat Ärger im Haus.")

Nintendos Geschäftsmodell scheint immer stärker von der technischen Entwicklung überholt zu werden. Eine Nintendo-Konsole kostet 180 bis 300 Euro, hinzu kommen um die 30 Euro pro Spiel. In Zeiten, in denen die meisten Spieler sowieso schon eines der immer leistungsfähigeren Smartphones in der Tasche haben, wirken derart hohe Ausgaben für ein weiteres Gerät absurd. Auf dem boomenden Spielemarkt für Smartphones und Tablets sind neue Spiele häufig gratis erhältlich.

Diese Titel sind in der Regel zwar primitiver, grafisch weniger ausgereift und bieten eine kürzere Gesamtspielzeit. Aber es scheint, als passten diese Eigenschaften auch besser zu den Gamern von heute: Immer häufiger wird unterwegs gezockt. Entscheidender ist häufig eine intuitive Steuerung und die Möglichkeit, ein Spiel auch für kurze Zeit, manchmal nur minuten- oder sekundenlang, beim Warten genießen zu können. Doch selbst Freunde technisch anspruchsvoller Games werden zunehmend mit ihren Smartphones glücklich.


Da scheint ein Umdenken des Konzerns unausweichlich. Nintendo-Chef Satoru Iwata hat auf einer Pressekonferenz (hier die englische Übersetzung) mögliche Auswege aus der Krise aufgezeigt. Man kann nicht  sagen, dass es wie eine energische Neupositionierung wirkt, was Iwata präsentierte.