Super Mario, Street Fighter, Zelda und Sonic the Hedgehog zählen zu den Klassikern der Videospielgeschichte. Aber wer hat heute schon noch einen alten Super Nintendo oder Sega Mega Drive zu Hause herumliegen? Dabei gibt es einen Weg, um die alten Spiele auch ohne die Hardware spielen zu können: Emulatoren heißen die kostenlosen Programme, mit denen man die liebsten Konsolenmomente auch auf dem Computerbildschirm noch einmal erleben kann. Das aktuellste Projekt heißt OpenEmu und läuft nur auf Macs.

Ein Emulator ist ein System, das ein anderes nachbildet. Für fast alle alten Spielkonsolen gibt es inzwischen Emulatoren, deren Basis die sogenannten Cores bilden. Sie werden meist als Open-Source-Anwendungen von einer Community erstellt. Vor allem für Windows gibt es seit den Neunziger Jahren eine aktive Szene mit zahlreichen Projekten. Die Auswahl für Apples Betriebssystem war lange Zeit überschaubar. Aber auch hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan.

Auch OpenEmu ist kein wirklich neues Projekt. Die Entwicklung begann bereits im Jahr 2007. Seitdem gab es immer wieder Betaversionen zum Download. Erst kürzlich ist die erste offizielle Version erschienen. OpenEmu 1.0 wurde sowohl von der Presse als auch von den Spielern positiv aufgenommen.  

OpenEmu hat ein knappes Dutzend Cores unter der Haube. Der modulare Ansatz hat den Vorteil, dass die Nutzer nicht für jede Konsole einen eigenen Emulator nutzen und updaten müssen. Vor allem Nintendo- und Sega-Klassiker wie das NES, der Gameboy oder der Megadrive werden unterstützt. Zu den weniger bekannten Systemen gehört die 8-Bit-Konsole TurboGrafx von NEC, sowie der Handheld Neo Geo Pocket.

Installation

OpenEmu unterstützt OS X ab der Version 10.7 (Lion). Die Installationsdatei gibt es kostenlos auf der Website. In einem ersten Schritt werden die jeweiligen Cores, also die unterstützten Konsolen ausgewählt. Diese lassen sich aber auch später in den Optionen nachinstallieren.

Spiele

Vorbei sind die Zeiten, als man nach den richtigen Modulen in der Schublade kramte und Probleme durch ein kräftiges Pusten löste: Bei Emulatoren läuft alles über sogenannte ROMs, die meist nur wenige Kilobyte groß sind. Einmal heruntergeladen und entpackt, lassen sich die digitalen Kopien der Original-Cartridges per Drag & Drop in OpenEmu importieren und bleiben dort in der Bibliothek. Das Programm erkennt die Cover von vielen Spielen automatisch. Falls nicht, kann das Cover per Bilddatei nachgereicht werden.

Auf seiner Website bietet OpenEmu eine kleine Auswahl an Indie-Spielen für verschiedene Systeme andas "Game (ROM) Starter Pack". Wer allerdings Klassiker à la Mario sucht, muss eines der zahlreichen Portale im Netz aufsuchen, wo es ROMs zum Download gibt.

Diese Seiten befinden sich in einer rechtlichen Grauzone. Denn nicht alle Spiele, die es dort gibt, sind automatisch legal. Die Spieleentwickler bieten die Spiele nämlich in den meisten Fällen nicht offiziell an. Nintendo etwa sieht die ROMs als explizit illegal an. Es handle sich um nicht autorisierte Kopien, die gegen das Urheberrecht verstoßen. Die ROM-Liebhaber argumentieren, dass es die Systeme und Spiele ohnehin seit vielen Jahren nicht mehr im Handel gebe, und die Nostalgie der Spielefans somit niemandem schade.

Generell gilt, dass man die Spiele für Emulatoren nur herunterladen sollte, wenn man sie auch im Original besitzt, sich also eine Privatkopie besorgt. Denn auch wenn die Konsolenhersteller selten gegen die Seiten vorgehen, die ROMs für längst überholte Geräte anbieten, und die Downloader kaum zu verfolgen sind, kann die Nutzung rechtliche Folgen haben. Alternativ bieten Seiten wie PDroms exklusiv Spiele an, die keine Urheberrechtsbeschränkungen haben.