Amazon kann also von der Übernahme profitieren. Aber was bedeutet der Deal für twitch? Zum einen könnte es das lästige Problem mit dem Urheberrecht und Lizenzen lösen. In der jüngeren Vergangenheit hatte die Plattform immer wieder Ärger mit Rechteinhabern, weshalb sie kürzlich Musik automatisch aus den Streams filterte. Amazon hat aufgrund seines Musik- und Video-Angebots bereits Absprachen mit Labels und Studios getroffen, was twitch bei der Verhandlung helfen dürfte.

Zum anderen kann twitch auf die Infrastruktur von Amazon zählen: Wie Emmeth Shear, CEO von twitch sagt, ist die Anbindung an Amazon Web Services (AWS) attraktiv für Spieleentwickler, die Projekte wie das erfolgreiche Twitch Plays Pokemon entwickeln und dafür Server und Ressourcen benötigen, die Amazon ohnehin anbietet.

Und noch ein letzter, wichtiger Aspekt könnte am Ende für Amazon und gegen Google gesprochen haben. Wie das Portal The Information berichtet, fürchtete twitch – wie auch viele Streamer –, dass Google und YouTube den Dienst umkrempeln würden. Das Fiasko mit den verpflichtenden Google+-Accounts für YouTube ist ein Beispiel, das vielen noch in Erinnerung ist.

Amazon dagegen scheint twitch weiterhin weitestgehend Autonomie garantiert zu haben: "Was herausragt, ist Amazons Umgang mit Übernahmen", sagt Shear, "sie haben eine Vision für die Zukunft." Etwas, das Google in den Verhandlungen offenbar nicht von sich sagen konnte.