Trackmania trifft Fifa Street und heraus kommt Rocket League – ein Multiplayer-Fußballspiel mit Autos. Das Arcade-Spiel setzt überhaupt nicht auf Realismus, schafft es aber trotzdem, fast alle Emotionen einer echten Fußballpartie hervorzurufen: den Jubel und Trubel beim Ausgleich in der letzten Minute, die Anstrengung bei Sprints in die Abwehr oder den Kick nach einer glorreichen Glanzparade. Nach nur drei Wochen hat Rocket League (PlayStation 4 und PC, circa 20 Euro) jetzt die Marke von fünf Millionen Spielern geknackt.

Die Spieler steuern immer nur ein Auto. Die Matches werden in den Modi 1 gegen 1, 2 gegen 2, 3 gegen 3 oder 4 gegen 4 Spieler ausgetragen und eine Partie dauert fünf Minuten. Zu Spielbeginn lohnt es sich, etwas Zeit alleine im Tutorial zu verbringen und zu üben. Die Steuerung der Boliden zu kennen ist wichtig, um mit Rocket League Spaß zu haben.

Denn die Autos erweisen sich nach etwa einer halben Stunde als äußerst agile Kicker, die neben Gas und Bremse auch den Turboboost und die Handbremse zu nutzen wissen. Komplexität und Tiefe bringt der Sprungknopf: Je länger der Spieler ihn betätigt, desto höher katapultieren sich die Autos in die Luft. Mit einem zweiten Knopfdruck sind zudem Salti und Seitwärtsrollen mit dem Analogstick möglich. Wird der Ball bei einer solchen Aktion in der Luft getroffen, bekommt er Spin und nimmt vor allem kräftig Geschwindigkeit auf.

Mit Turbo ins Getümmel

Das ist entscheidend, denn normalerweise verhält sich das Spielgerät in Rocket League eher wie ein träger Luftballon als ein Lederball. Er schwebt und kullert vor sich hin, bis er von den Autos angestupst wird. Verglichen mit dem Vorgänger Super Sonic Acrobatic Rocket Powered Battle Cars hat sich die Ballphysik verbessert. Die Autos müssen die Kugel nun wirklich berühren, um sie durch die Stadien zu schießen. Die überlegene Kollisionsabfrage ermöglicht genauere Schüsse, vor allem beim Drehen in der Luft.

Das Spielfeld und die Arenen sind alle begrenzt und abgerundet, weshalb häufig ein Getümmel neben den Toren entsteht, kurz vor dem entscheidenden Pass. Aus, Einwurf oder Ecken gibt es nicht. Wer den Ball mit Karacho gegen die Banden stößt, zaubert dadurch fast automatisch jedes Mal eine gelungene Flanke in die Offensive. Für genügend Übersicht sorgt ein Knopfdruck, der die Ball-Kamera aktiviert. Sie fokussiert die Blickrichtung des Spielers stets auf den Ball.

Für einen Hauch von Taktik sorgt der Turboboost. Er steht den Spielern nämlich nicht permanent zur Verfügung. Nachdem das erste Kontingent aufgebraucht ist, muss er an verschiedenen Stellen im Stadion wieder eingesammelt werden. Wer einen anderen Spieler mit der Maximalgeschwindigkeit trifft, kann diesen sogar kurzzeitig ausschalten. Er wird wenig später wieder neu auf das Spielfeld gesetzt. Solche Manöver sind vor allem dann sinnvoll, wenn ein Spieler des gegnerischen Teams versucht, den Ball abzufangen, bevor er ins Tor kullert. Dann ist es unter Umständen sinnvoller, mit Turboschub auf den Gegner zu prallen statt noch einmal den Ball ins Visier zu nehmen.

Ausputzer und Angreifer gesucht

Löblich ist, dass die Entwickler an einen Offline-Splitscreenmodus gedacht haben. Bis zu vier Spieler können es sich vor dem PC- oder TV-Bildschirm gemütlich machen und gemeinsam spielen. Sogar online dürfen die Teams antreten, die eingeschränkte Sicht im Splitscreen erzeugt allerdings einen leichten Nachteil gegenüber Teams, bei denen jeder Spieler seinen eigenen Bildschirm hat.

Dafür dürften Absprachen auf der Couch einfacher sein. Und die sind wichtig: Es lohnt sich selten, als komplettes Team dem Ball hinterher zu flitzen und ihn einmal anzustoßen. Viel sinnvoller ist es, die Rollen des Ausputzers, Flankengebers und Angreifers zu verteilen.