Neben Schalke 04, dem VfL Wolfsburg und West Ham United investieren noch weitere Sportvereine und Sportler in E-Sport. Auf dem SXSW-Festival in Austin im März erzählte etwa Rick Fox, wie fasziniert er von E-Sport ist. Fox ist ein ehemaliger NBA-Basketballprofi und gewann mehrere Meisterschaften mit den Los Angeles Lakers. Inzwischen ist er Besitzer von Echo Fox, einem amerikanischen E-Sport-Unternehmen, das unter anderem Teams in Counter-Strike und League of Legends stellt.

"E-Sportler sind die nächsten professionellen Athleten unserer Generation", sagte Fox, und es sei nur eine Frage der Zeit, bis alle traditionellen Vereine auch ein eigenes E-Sport-Team besäßen. Bei ihm sei der Funke übergesprungen, als er ein Turnier im ehrwürdigen Madison Square Garden in New York besuchte. "Das hat bei mir alle Erinnerungen geweckt, die ich an meine Zeit als Profisportler habe." Im Februar sagte Mark Cuban, Besitzer der Dallas Mavericks, eines Tages ein Team in League of Legends besitzen zu wollen, vergangenes Jahr investierte er in ein E-Sport-Start-up.

Bekannte Vereine rufen Emotionen hervor

Craig Barry, CCO des Sportsenders Turner Sports, sagte auf dem SXSW, er wisse schon, weshalb traditionelle Sportler ein solch großes Potenzial für E-Sport haben: Die Fans seien fixiert auf Spieler und Vereine, es gebe eine starke emotionale Komponente. Wenn also zum Beispiel die Dallas Mavericks ein eigenes E-Sport-Team stellen, könnte das mehr Fans finden als etwa ein Team, das von einem Energydrink oder einem Maushersteller gesponsert wird. Beckers-Schwarz von Schalke 04 hofft auf Synergien mit der Fußballabteilung, etwa im Bereich von Merchandising. Gleichzeitig erwähnte er neue Vertriebsmodelle, zum Beispiel über In-Game-Purchases und Livestreams. Auch ein eigenes Event in der Veltins-Arena sei eine Option für die Zukunft.

Sowohl auf Reddit als auch auf der Facebook-Seite von Schalke 04 äußerten sich in der vergangenen Woche zahlreiche Nutzer über Schalkes E-Sport-Pläne. Die Reaktionen schwanken von Respekt für die Entscheidung hin zu Ablehnung, eben "weil es S04 ist", um noch eine der zivilisierteren Meinungen zu nehmen.

Noch bevor Schalke 04 überhaupt sein erstes Match in League of Legends absolviert, sorgt es also schon für viele Emotionen, die man aus traditionellen Sportarten kennt. "Es gibt Bundesligisten die andere Sportarten neben dem Fußball betreiben. Schalke setzt auf die Zukunft und hat sich für E-Sport entschieden", sagt Tim Reichert. Er glaubt, dass schon bald weitere Vereine nachziehen werden.