Natürlich gibt es für Xbox One X auch jede Menge aufpolierter Dritthersteller-Games, zum Beispiel Fifa 18, Assassin's Creed: Origins oder Mittelerde: Schatten des Krieges. Doch diese Spiele gab es für die PS4 Pro schon vorher – vielleicht nicht ganz in dieser grafischen Brillanz, aber doch hochauflösend, was dann den Vorteil der neuen Xbox One wieder ein bisschen relativiert.

Software verkauft Hardware: Das ist eine alte Weisheit der Spielebranche, die aber nach wie vor Gültigkeit besitzt. Mindestens ebenso wichtig ist aber auch der Preis der Konsole. Zwar bietet die 500-Euro-Konsole eine Leistung, an die Spiele-PCs in dieser Preisklasse nicht annähernd herankommen. Dennoch liegt die Xbox One X deutlich über dem Betrag, den die meisten Konsolenspieler zu zahlen bereit sein dürften. Besonders, wenn man die anderen Konsolenpreise berücksichtigt: Die reguläre Xbox One gibt es ab 200 Euro, die PS4 ab 230 Euro, die Switch ab 310 Euro und die PS4 Pro ab 400 Euro.

Wer die hochauflösende Grafik genießen will, muss womöglich auch noch Geld für den Bildschirm einplanen. Immerhin: Für die USA, ein traditionell starkes Xbox-Land, sehen Analysten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen PS4 Pro und Xbox One X voraus. Andere Marktforscher sind da weniger optimistisch. Wer recht hat, dürfte erstmals das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr zeigen.

Kein Schuhkarton

Rein äußerlich ist die Xbox One X deutlich schlanker als die schuhkartonförmige erste Xbox One – und auch deutlich leiser, was ein Pluspunkt ist. Ein Netzteil ist bereits integriert, die Anschlüsse an der Geräterückseite sind übersichtlich aufgereiht. Zudem verfügt die Konsole über einen 4K-BluRay-Player und unterstützt Dolby-Atmos-Raumklang. Auch das Software-Interface ist nun deutlich übersichtlicher gestaltet. Microsoft setzt dabei stark auf Streamingkanäle und den Plan, die Konsole nicht nur für Games, sondern als Entertainmentangebot in den Wohnzimmern zu etablieren.

Letztlich sind der Preis, die Spieleauswahl und ein sichtbarer Mehrwert bei der Grafik die entscheidenderen Argumente für oder gegen eine Konsole. Bei den ersten beiden Punkten ist die Xbox One X derzeit im Nachteil. Das sind aber auch genau die Stellschrauben, an denen Microsoft noch drehen kann. Ein zusätzliches Kaufargument wäre die Unterstützung von VR-Brillen gewesen, doch da lässt sich der Hersteller offenbar Zeit. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Xbox One X vor allem eines: ein beeindruckendes Stück für Liebhaber von 4K-Inhalten.