Der C64 gilt als der meistverkaufte Heimcomputer der Welt, produziert wird er allerdings schon seit Mitte der Neunzigerjahre nicht mehr. 36 Jahre nach seiner Markteinführung gibt es aber immer noch Entwickler, die Programme für den Rechner schreiben. Dazu gehören Chester Kollschen, Stefan Gutsch und Alex Ney mit ihrem Entwicklerstudio Knights of Bytes, die kürzlich das Jump'n'Run Sam's Journey vorgestellt haben.

Eine gute Gelegenheit, wieder einmal den alten C64 einzustöpseln. Sam's Journey gibt es nämlich tatsächlich auf Cartridge (55 Euro) und Diskette (45 Euro). Wer zufällig keinen C64 mehr zuhause hat, bekommt für 20 Euro immerhin noch den Download, mit dem das Spiel auch via Emulator auf aktuellen PCs läuft.

Wir haben die Cartridge-Version ausprobiert, die anders als die Diskette sehr kurze Ladezeiten hat. Und müssen gestehen: Es fällt uns schwer, von dem Spiel abzulassen. Das Spiel wird in einer hübschen Pappschachtel geliefert, die – wie in den Achtzigerjahren üblich – einige Goodies enthält. Neben der obligatorischen (und gut geschriebenen) Anleitung gibt es einen Satz Sammelkarten, eine gedruckte Landkarte des Spiels, eine kleine Kiste mit blauen Edelsteinen und den Soundtrack auf CD.

Typischer Achtziger!

Die Geschichte des Spiels klingt ebenfalls sehr nach Achtzigern: Der Titelheld Sam wird eines Nachts von einer riesigen Klaue in seinen Kleiderschrank gezogen und findet sich fortan in einer ihm unbekannten Welt wieder, die er durchqueren muss. Auf dem Weg begegnet er zahlreichen Gegnern und Kostümen: Diese tauchen in regelmäßigen Abständen auf und verleihen Sam zusätzliche Fähigkeiten.

Als Ninja kann Sam dann etwa Wände hochklettern, als Pirat verfügt er nicht nur über einen schicken Hut, sondern auch über ein Schwert. Der Baseball-Pitcher-Sam kann Steine weiter als üblich schleudern, Disco Sam kann sich im Flug drehen und auf diese Weise schweben. Space Sam hat einen Raketenrucksack, als Vampire Sam kann die Titelfigur sich in eine Fledermaus verwandeln und fliegen.

Die unterschiedlichen Fähigkeiten ermöglichen es – an den richtigen Stellen eingesetzt –, Gebiete eines Levels zu erreichen, an die wir mit unserem normalen Sam nicht gekommen wären. Nach Abschluss eines Levels wird in Prozent angezeigt, wie viel die Spieler entdeckt haben.

Es gibt für die drei Welten und insgesamt 27 Level kein Limit an Leben oder eine zeitliche Begrenzung. Stattdessen sollen Nutzer das Spiel genießen können. Die Möglichkeit, die Level in aller Ruhe auszukundschaften, ist ein recht moderner Ansatz, der dem Spiel aber sehr gut tut. Das liegt natürlich auch am Leveldesign: Die verschiedenen Spielbereiche sind so komplex, dass das Erkunden Freude macht, aber nicht frustrierend schwer ist. Es macht Spaß, möglichst viele Geheimnisse zu entdecken – andersherum können Spieler, die sich nicht lange aufhalten wollen, das Spiel auch einfach durchzocken.

Wie bei klassischen Jump'n'Runs lassen such mit Sam manche Gegner ausschalten, indem die Spielerinnen auf sie draufspringen – das funktioniert aber nicht bei allen. Alternativ lassen sich Steine und Schatzkisten aufheben, auf Gegner werfen und sie auf diese Weise loswerden. Auch dieses Prinzip ist aus zahlreichen Spielen bekannt.