"Wenn du mit 16 dein erstes Geld verdienst, ist das schon ein Wort", sagt der E-Sportler Max Bröcker im Digitalpodcast.

Ja, man könne auch Geld verdienen, indem man Computerspiele spiele. Das ist ein Satz, den Max Bröcker häufiger sagt, wenn er über seinen Job spricht. Der 23-Jährige, besser bekannt unter seinem Alias qojqva, ist professioneller E-Sportler: Er spielt hauptberuflich ein Onlinegame namens Dota 2.

Bröckers Job ist mit dem eines sehr guten Fußballers vergleichbar: Genau wie ein Bundesligaprofi ist Bröcker bei einer Organisation angestellt, trainiert regelmäßig allein oder mit seinen Teamkollegen und fährt zu Turnieren. Und, wie erwähnt, er verdient damit auch Geld.

Trotzdem können sich nur wenige Menschen vorstellen, wie Bröckers Alltag aussieht: Wie lange trainiert er täglich? Wie oft mit seinen vier Teamkollegen? Warum muss er sich mit ihnen persönlich treffen, wenn sein Spiel doch online gespielt werden kann? Wie wichtig ist körperliche Fitness für den E-Sportler? Wie viel verdient er? Und was hat er gedacht, als sein Mitspieler im größten Turnier des Jahres vor einigen Wochen einen Fehler machte?

In einer neuen Folge des ZEIT-ONLINE-Digitalpodcasts Wird das was? gibt Bröcker Einblicke in sein Profileben. Wenn er jüngeren Menschen von seinem Job erzähle, dann wollten die immer mit ihm tauschen, sagt der E-Sportler. Es gehöre aber mehr dazu, als zu beschließen, dass man ab morgen professionell spielen wolle.

Der 23-Jährige hält es dabei mit einem Zitat des ehemaligen Wrestlers Dwayne "The Rock" Johnson: "Always be the hardest worker in the room" – sei immer der härteste Arbeiter im Raum. "Wenn ich auf Turnieren bin oder auf Bootcamps, will ich immer als Erster aufstehen", sagt er. Während andere bis mittags schliefen, stehe er um sieben oder acht Uhr auf. Und wenn die anderen zwölf Stunden spielten, spiele er 15 bis 16 Stunden. Auch in seiner Wohnung in Plochingen, wo der Podcast aufgezeichnet wurde, folgt er einer Routine.

Schon seit seiner Jugend spielt Bröcker professionell. Sein Vater sei am Anfang nicht begeistert gewesen, sagt Bröcker. Er habe aber nie PC-Verbot erhalten oder das Internet abgeschaltet bekommen. "Wenn du mit 16 dein erstes Geld verdienst, ist das schon ein Wort." Zunächst erhielt er etwa 300 Euro im Monat, seitdem habe sich sein Gehalt jährlich ungefähr verdoppelt. In den vergangenen zwei Monaten habe er mehr als 100.000 Euro verdient.

E-Sportler Max Bröcker (links) im Gespräch in seiner Wohnung in Plochingen © Sebastian Berger für ZEIT ONLINE

Im Digitalpodcast gibt Bröcker Tipps, wie man erkennt, ob man selbst das Zeug zum E-Sportler hat, und erklärt, warum für ihn Pausen von Dota 2 so wichtig sind, weshalb ihn in China und den USA viele auf der Straße erkennen und wieso Teams, die mehrere Saisons zusammen spielen, besser sind. Und er äußert sich zur Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes, E-Sport nicht als eigene Sportart anzuerkennen.

Sie erreichen uns per Mail unter wirddaswas@zeit.de. Wir machen eine kurze Pause, die nächste Episode des Podcasts erscheint am 7. November.

Anmerkung der Redaktion: Im Digitalpodcast spricht Max Bröcker über seinen schwedischen Arbeitgeber Alliance. Erst nach der Aufzeichnung wurde bekannt, dass Bröcker und sein Team die Organisation verlassen werden.