Nun versucht man es mit journalistischen Inhalten. Bing hat laut Financial Times auch schon mit anderen Verlegern über ein Blockieren ihrer Seiten bei Google verhandelt. Anscheinend hat man sich den Angriff auf den Marktführer vorgenommen, und setzt dabei auf hochwertigen Content. Das dürfte die Medienbranche freuen. Wobei die Gespräche mit News Corp. von Murdoch ausgegangen sein sollen.

Medien sind händeringend auf der Suche nach neuen Erlösquellen. Seit März 2007 sind allein in den USA zwölf Zeitungen vom Markt verschwunden, weitere sieben gibt es fast nur noch im Internet zu lesen. Die Auflagen gehen stark zurück, allein zwischen April und September 2009 sind sie um über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dabei steht Murdochs konservatives Wirtschaftsblatt Wall Street Journal noch vergleichsweise gut da: Es ist eine der wenigen Zeitungen, die zulegen konnten. Mit einer Steigerung der Auflage seit September 2008 um 0,6 Prozent auf 2,024 Millionen wurde das WSJ die auflagenstärkste Zeitung in den USA. Die New York Times indes büßte bis September 2009 im Vergleich zum Vorjahr 7,3 Prozent ein, die Los Angeles Times musste sogar ein Minus von elf Prozent hinnehmen.

Die Frage ist, wie viel sich Microsoft diesen Schritt kosten lassen wird. Zumal Murdoch keine starke Verhandlungsposition hat, da er bereits auf Bezahlinhalte umstellt. Beim Wall Street Journal ist das schon der Fall, die britische Times soll im Frühjahr folgen. Ob der Deal mit Bing tatsächlich zustande kommt, ist mehr als offen.