Von einem Turnaround, einem umdrehen, ist intern die Rede. Nur noch die Hälfte des Umsatzes mache man heute noch mit Auktionen. Der Rest der Produkte gehe zu einem festen Preis über den Tisch. Diese Geschäfte wolle man ausbauen, heißt es bei eBay. Das Unternehmen trägt damit einem Trend Rechnung, den auch die Studie belegt: Der klassische Einzelhandel verlagert sich zunehmend ins Internet.

Auch die Seite passt sich dem an. eBay hat das Bewertungssystem überarbeitet und eine neue Kategorie namens "Verkäufer mit Topbewertung" eingeführt. Nicht mehr nur die Zahl der Transaktionen und eine allgemeine gut/schlecht-Bewertung zählen dabei, sondern detaillierte Aussagen über die Zufriedenheit der Kunden. Die Verkäufer können damit nicht nur werben, sondern bekommen auch einen Rabatt auf die zu zahlenden Provisionen, wenn ihr Service besonders gut ist.

Ganz aufgeben will das Unternehmen die klassischen Auktionen jedoch nicht. Soeben hat man die Seite Kleinanzeigen aufgestellt. Doch das Geschäft macht der Konzern mit Profis. Die Ein-Euro-Angebote von "Dachbodenfunden" spielen kaum noch eine Rolle. So waren die Produktkategorien mit den höchsten Umsätzen auf dem deutschen Marktplatz in dieser Reihenfolge: Autos, Autoteile, Kleidung und Accessoires, Sport und "Business & Industry", meint alles von Arbeitsschuhen bis hin zu Traktoren.

Deutschland und Großbritannien sind in Europa die Kernmärkte des internationalen Konzerns. Vor allem der deutsche Markt wächst, trotz der weltweiten Krise. Zehn Prozent betrug das Wachstum im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum übrigen Einzelhandel, der sich seit Jahren schlechter entwickelt als andere Industriezweige, sind das erstaunlich gute Ergebnisse.

Die Befragten geben sich der Studie zufolge dementsprechend zuversichtlich. 50 Prozent der Firmen glauben, ihre Umsatzerlöse werden sich erhöhen. Mit steigenden Gewinnen rechnen noch 16 Prozent der Händler. Zu der Gebührenstruktur, die immer mal wieder Anlass für Kritik ist, wurden die Händler im Übrigen nicht befragt. Solche Zahlen erhebe man auch, sagte die Sprecherin, aber nur für den internen Gebrauch.