Als die erste Internetdomain mit der Endung .com registriert wurde, war der wirtschaftliche Nutzen dieses damals allein militärischen und wissenschaftlichen Netzes nur eine vage Idee. So vage, dass sich anfangs kaum jemand für die Möglichkeit interessierte, eine Top-Level-Domain mit dieser Bezeichnung einzurichten. Der erste Kunde war am 15. März 1985 die Computerfirma Symbolics aus Cambridge, Massachusetts. Mitte April dann kam die nächste Registrierung, bbn.com, Mitte Mai mit think.com die dritte. Im gesamten Jahr wurden es insgesamt nur sechs.

Eine geringe Zahl, wenn man bedenkt, dass heute schätzungsweise 668.000 "dotcom"-Seiten neu registriert werden – pro Monat. Und es werden immer noch mehr. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) wurden zwischen 1985 und 2000 insgesamt 21 Millionen Domains registriert. In den darauf folgenden zehn Jahren waren es mehr als 57 Millionen.

Heute, genau 25 Jahre später, ist die Dotcom-Domain fester Bestandteil unseres Alltags. "Dotcoms haben uns in einer Weise berührt, die wir nicht für möglich hielten", sagt Robert Atkinson von der Information Technology and Innovation Foundation (ITIF) der BBC. "Vor 10 Jahren war das Leben noch okay, wenn man nicht täglich mit einer dotcom-Seite in Kontakt getreten ist." Heute würde es einem noch immer gut gehen, aber man würde gleichzeitig dem Rest hinterherhinken.

Das Domain Name System (DNS) ist einer der wichtigsten Dienste im Internet. Vergleichbar mit einer Telefonauskunft nennt das DNS dem Browser bei Anfrage mit einem Sitenamen die zugehörige IP-Adresse. Die ersten Top-Level-Domains, die auf diese Weise erreicht werden konnten, lauteten: edu, gov, mil, net, org oder eben com.

Der Name .com leitet sich dabei von dem englischen Wort "commercial" (gewerblich oder wirtschaftlich) ab. Ganz klar ist es nicht mehr, wer auf diese Benennung kam, ursprünglich jedoch soll sie .cor gelautet haben, was für corporation, also Unternehmen, stand. Klar zumindest war damals schon die Idee, damit neben dem militärischen und wissenschaftlichen auch ein Netzwerk für Firmen und Geschäfte zu schaffen. Was offensichtlich funktioniert hat. Die BBC zitiert eine Studie der ITIF, wonach jene Firmen, die das Internet nutzen, ihre durchschnittliche Profitabilität um 2,7 Prozent steigern können. "Niemand konnte sich vor 25 Jahren vorstellen, wie wichtig das Internet heutzutage werden wird und was für Geschäfte auf dieser Basis aufgebaut werden können", sagt Mark Mclaughlin, CEO des "dotcom"-Betreibers Verisign.

Heutzutage suchen Internetnutzer aus weit mehr Gründen die "dotcom"-Domains auf: zur Unterhaltung, zum Einkaufen oder um an Informationen zu gelangen und Netzwerken beizutreten. "Dieser Geburtstag ist wirklich bedeutsam, denn was wir feiern, ist das Internet und dotcom ist ein guter, bekannter Repräsentant für den Rest des Netzes", sagt Mclaughlin.

Übrigens: "Symbolics" ist zwar in den frühen neunziger Jahren Pleite gegangen, doch das Unternehmen wurde aufgekauft und existiert somit noch heute. Das macht Symbolics.com zur ältesten, noch immer funktionierenden dotcom-Domain im Netz.