Der Mathematiker Conrad Wolfram räumt mit einem falschen Verständnis von seinem Fach auf: Mathematik ist einfach ein guter Weg, über die Welt nachzudenken und die Chancen des Informationszeitalters wirklich nutzbar zu machen, findet er. So basiere auch seine Suchmaschine auf reiner Mathematik. Dennoch gebe es viele Fehler im Umgang mit dieser Wissenschaft, und das fange schon in der Schule an: So sollten etwa nicht Lehrer die Fragen stellen und Schüler die Antworten geben, sondern umgekehrt. Und von ebenso wenig mathematischem Grundverständnis zeuge es, wenn Manager vor der Finanzkrise gesagt haben, man hätte das Risiko zuvor "berechnen" können.

Die Wissensgesellschaft ist auf dem Weg in eine neue Ära: die computerisierte Wissensgesellschaft. In dieser aber reiche nicht mehr aus, glaubt Wolfram, über Wissen nur zu verfügen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Sondern man müsse dieses Wissen auch für die generelle Problemlösung einsetzen. Dazu gehöre auch die gesunde Skepsis, ob man etwa einer Statistik der Regierung vertrauen kann oder nicht. Das sollte Kindern schon in der Schule beigebracht werden, sagt der Wissenschaftler.