Andrew McLaughlin, US-Präsident Barack Obamas Beauftragter für Internetpolitik, sieht sich unangenehmen Fragen zu seinem privaten Mailkonto ausgesetzt. Das war kürzlich über Google Buzz öffentlich zugänglich gewesen. Ein republikanisches Mitglied des Repräsentantenhauses will nun wissen, ob McLaughlin sein privates E-Mail-Konto widerrechtlich für Geschäftskorrespondenz genutzt hat.

Der republikanische US-Abgeordnete Darrell Issa hat eine Untersuchung gegen Andrew McLaughlin, der bei der US-Regierung für die Internetpolitik zuständig ist, eingeleitet. Ende März war dessen Buzz-Profil im Internet zugänglich. Darüber war bekannt geworden, mit wem McLaughlin am häufigsten über sein Google-Mail-Konto korrespondiert.

McLaughlin ist stellvertretender Technikberater (CTO) der Regierung von Präsident Barack Obama und für die Internetpolitik zuständig. Bevor er Obamas stellvertretender CTO wurde, war McLaughlin Head of Global Public Policy and Government Affairs bei Google. Als sein ehemaliger Arbeitgeber im Februar 2010 seinen Dienst Buzz startete, meldete er sich an. Daraufhin passierte ihm, was auch vielen anderen Buzz-Nutzern passierte: Die Kontakte, mit denen er am häufigsten über sein Google-Mail-Konto kommunizierte, wurden über das Netz abrufbar.

Darunter waren auch sein Vorgesetzter, CTO Aneesh Chopra, weitere hochrangige Mitglieder der Regierung sowie eine Reihe seiner ehemaligen Google-Kollegen. In einem Schreiben von Issa heißt es, er sei besorgt, dass McLaughlin mit "über 25 Google-Mitarbeitern, inklusive einflussreichen Lobbyisten und Anwälten sowie mit hochrangigen Mitgliedern der Regierung Obama", kommuniziert habe.

Issa will nun wissen, ob es sich dabei um private oder um geschäftliche Mails gehandelt habe. Letztere wären ein Verstoß gegen den Presidential Records Act (PRA). Danach müssen alle von Regierungsmitarbeitern gesendeten Geschäftsschreiben archiviert werden. Das gilt auch für E-Mails. Issa, der stellvertretender Vorsitzender des Committee on Oversight and Government Reform des US-Repräsentantenhauses ist, hat McLaughlin bis zum 22. April Zeit gegeben, sich zu der Korrespondenz über sein Google-Konto zu äußern.