"Vulkanasche erreicht das Internet", "Denic macht das Internet kaputt", "Anschlag der Faxgeräte-Lobby" – seit heute Mittag mehrten sich auf Twitter Meldungen, das bestimmte Seiten im Internet nicht mehr zu erreichen waren. Schnell war ein Schuldiger ausgemacht: die Denic. Das ist die zentrale Registrierungsstelle für Domains unterhalb der sogenannten Top-Level-Domain. Demnach hatten viele Nutzer Probleme, Adressen mit der ".de"-Endung anzusteuern.

"Die Hälfte der .de-Nameserver scheinen nicht vollständig geladen zu haben", schreibt beispielsweise der Berliner Provider Syseleven, der auch die Technikseite Golem.de betreut . Golem.de gehört wie ZEIT ONLINE zur Holtzbrinck-Gruppe.

Von der Denic erfuhr Golem.de gegen 13:45 Uhr, es seien derzeit keine Probleme bekannt. Wenig später musste die Denic das Problem dann doch eingestehen. Es wären alle sechs Rootserver betroffen gewesen, hieß es. Das Problem sei gegen 13:30 Uhr aufgetreten und anderthalb Stunden später behoben worrden, sagte eine Sprecherin. Inzwischen arbeite aber wieder alles wie vorgesehen. Auch auf Twitter hat sich die Aufregung gelegt, viele melden, dass sie seit dem späten Nachmittag wieder auf alle angesteuerten Seiten zugreifen könnten. Eine genauere Erklärung, wie es zu dem Problem kommen konnte, steht noch aus.

Neben den Domains könnte auch ein Teil des E-Mail-Verkehrs beeinträchtigt gewesen sein. Johannes Endres von der Computer-Zeitschrift c't geht davon aus, "dass E-Mails ohne Fehlermeldung verloren gegangen sind". Die Mails von Adressen mit .de-Endung seien zum Teil als Spam markiert worden, weil der Eingangsserver den Absender nicht erkannte, sagte Endres. "Die Spam-Filter prüfen, ob es den Absender gibt." Ist dieser nicht zu identifizieren, wird die E-Mail aussortiert.

Der Dienstleister 1&1, der auch die Mail-Anbieter Web.de und GMX betreibt, bestätigte eine Störung bei ein- und ausgehenden E-Mails. Diese hätten den Speicher zunächst nicht verlassen, seien aber danach verschickt worden. "Ein Datenverlust ist definitiv ausgeschlossen", sagte ein Sprecher. Auch die Telekom sprach von Problemen, nannte aber zunächst keine weiteren Details.