Die Datenschützer in Deutschland, Frankreich und Spanien erhielten in Kürze die aufgefangenen Informationen über unverschlüsselte Heimfunknetze von Internetnutzern, teilte Google mit. Damit kommt das Unternehmen auch einer Forderung von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner nach.

Google hatte eingeräumt, dass seine Kamera-Fahrzeuge beim Fotografieren von Gebäuden und Straßen für den Dienst Street View in Deutschland und anderen Ländern Daten aus unverschlüsselten WLAN-Netzen gesammelt haben. Laut Google geschah dies unabsichtlich. Dabei sollen auch Teile von E-Mails aufgefangen worden sein.

Bei Street View werden große Teile des Straßennetzes anzeigt. Der Dienst ist in vielen Ländern verfügbar, in Deutschland allerdings noch nicht. Der Konzern muss noch Datenschutzauflagen erfüllen. Im Verbraucherschutzministerium seien zehntausende Beschwerden von Bürgern eingegangen, die sich gegen eine Veröffentlichung von Bildern ihrer Häuser im Internet wehren, berichtete Aigner.

Auch in Australien stößt Google auf Proteste. Die australische Regierung ordnete eine Polizeiuntersuchung gegen den Konzern wegen mutmaßlicher Verletzung der Privatsphäre von Internetnutzern an, wie Generalstaatsanwalt Robert McClelland mitteilte. Dies sei eine Reaktion auf zahlreiche Beschwerden.

Kommunikationsminister Stephen Conroy hatte Google vergangenen Monat vorgeworfen, den "größten einzelnen Verstoß in der Geschichte der Privatsphäre" begangen zu haben, indem es während der Aufnahme von Fotos für Street View Daten von Nutzern drahtloser Computernetzwerke gesammelt habe. Google erklärte, die Daten versehentlich gesammelt zu haben. Das Unternehmen stehe nun für alle diesbezüglichen Fragen der Behörden zur Verfügung, erklärte eine Sprecherin.