"Was mache ich gerade" war lange Zeit die Frage, die Mitglieder von sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook und MySpace beschäftigte. Die neue Frage heißt: "Wo bin ich gerade". Dank der sogenannten "Geolocation"-Dienste kann man seinen Standort mit der Welt teilen. Sie werden immer beliebter.

Der britische Guardian nannte 2010 bereits das " Year of Location ". Angetrieben wird die Entwicklung dadurch, dass immer mehr Menschen Smartphones besitzen. Allein im zweiten Quartal des Jahres wurden nach Angaben des Marktforschungsinstituts Strategy Analytics weltweit 60 Millionen Geräte verkauft, 43 Prozent mehr als im Vorjahr. Und mittlerweile besitzt jedes moderne Smartphone einen eingebauten GPS-Chip, so ist die Ortung ganz einfach möglich.

Datenschützer bemängeln dabei die Freizügigkeit der Nutzer von Geolocation-Diensten und warnen: Wer seinen Standort öffentlich twittert oder bei Foursquare und Brightkite publik macht, könnte es Stalkern,  Datensammlern oder sogar Einbrechern leichtmachen, wie das Projekt PleaseRobMe gezeigt hat.

Erst kürzlich hat der Entwickler Jesper Andersen die Daten von 900.000 Foursquare Check-Ins im Umkreis von San Francisco aufgezeichnet , um vor den Gefahren der Dienste zu warnen. Dabei hatten viele der betroffenen Nutzer explizit eingestellt, ihre Check-Ins nur an ihre Freunde weiterzugeben. Schuld war ein Fehler im System. Zudem legte eine Analyse des Dienstleisters uTest insgesamt fast 900 Programmfehler bei Foursquare, Gowalla und Brightkite offen. Nicht alle davon stellen eine ernstzunehmende Gefahr dar, aber es zeigt die Schwächen der noch jungen Anwendungen.

Die Nutzer stört das wenig. So sind zwar laut einer Umfrage des IT-Sicherheitsunternehmens Webroot 55 Prozent der User von Diensten wie Foursquare um ihre Privatsphäre besorgt. Trotzdem teilt knapp ein Drittel aller Nutzer von Ortungsdiensten ihren Standort sogar mit der gesamten Öffentlichkeit.