Es sieht ganz so aus, als seien die Betreiber der Plattform Wikileaks den Mächtigen dieser Welt dieses Mal so richtig auf die Füße getreten. Und es scheint, als wollten sie nun mit einem bislang verschlüsselten Dokument warnen, dass sie noch sehr viel mehr verraten könnten, wenn die amerikanischen Behörden sie nicht in Ruhe lassen .

Seit Wochen gibt es Berichte, der Gründer der Seite, Julian Assange, habe gelegentlich Probleme bei der Einreise in einige Länder und meide die USA, da dortige Behörden ihn gern befragen würden .

Die Veröffentlichung der bis dahin geheimen Afghanistan-Papiere hat das Interesse verschiedener Dienste an ihm und seinen Mitstreitern nun offensichtlich verstärkt.

Vergangenen Donnerstag wurde beispielsweise Jacob Applebaum bei der Einreise in die USA aufgehalten, durchsucht und befragt. Außerdem beschlagnahmten die Beamten seine Mobiltelefone. Applebaum bezeichnet sich selbst als Hacker , arbeitet für das Anonymisierungsnetzwerk TOR und vertrat vor Kurzem Wikileaks-Gründer Assange als Redner auf der Hackerkonferenz The next Hope .

Letzteres, so berichtete unter anderem Spiegel Online , habe ihm das Interesse der amerikanischen Behörden eingetragen, obwohl der US-Bürger nicht einmal an der Veröffentlichung der Dokumente beteiligt war.

Daniel Schmitt: Das Selbstverständnis von Wikileaks Daniel Schmitt von Wikileaks zu der Frage, was wäre, wenn er nur noch Dokumente zugespielt bekäme, die jemanden outen, die Konkurrenz oder eine gute Sachen beschädigen sollen?

Der amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates hat mittlerweile eine "aggressive" Suche nach dem Informanten der Dokumente angekündigt.

Möglicherweise haben die Betreiber von Wikileaks darauf nun mit einer ganz eigenen Drohung geantwortet. Denn auf der Liste der Afghanistan-Papiere tauchte inzwischen noch eine Datei namens Insurance.aes256 auf. Sie ist 1,4 Gigabyte groß und damit erheblich größer als die kompletten Berichte des bislang veröffentlichten War Diary , des Kriegstagebuchs.