Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass die beiden Staaten öffentlich um die Grenze streiten. Auch der Internationale Gerichtshof in Den Haag war damit schon befasst .

Zur Geschichte: 1858 einigten sich beide Staaten in einem Abkommen über den Grenzverlauf und die Nutzung des Flusses San Juan. Streit gab es trotzdem. 1888 urteilte der als Schlichter angerufene amerikanische Präsident Grover Cleveland , dass der Vertrag gültig sei. Der Fluss gehöre Nicaragua, Costa Rica aber dürfe ihn zivil und wirtschaftlich nutzen.

Unter anderem 1956 schlossen Nicaragua und Costa Rica einen neuen Vertrag, in dem sie versicherten, den Fluss gemeinsam zu nutzen. Dennoch gab es bis in die heutige Zeit immer wieder Konflikte darum. Der Fluss könnte die Basis für einen neuen Kanal zwischen der Karibik und dem Pazifik ein und dem Panamakanal Konkurrenz machen. Geplant ist der Durchstich längst, unter dem Titel Nicaragua-Kanal .

Damit geht es wie so oft um Geld, werden am Panamakanal doch mit Gebühren für die Durchfahrt jährlich Milliarden verdient.

Google nun scheint bemüht, sich nicht in den Konflikt hineinziehen zu lassen. Man beruft sich darauf, dass die falschen Daten vom amerikanischen Außenministerium stammten. Jetzt bekomme man korrekte Daten aus derselben Quelle und werde die Grenze entsprechend ändern.

Es ist nicht das erste Mal, dass Google seine virtuellen Grenzen ändert und auch nicht das erste Mal, dass der Konzern in einen solchen Grenzkonflikt verwickelt wurde . Der Fall aber zeigt, welche Macht dem Konzern inzwischen zugeschrieben wird. Und welche Verantwortung er beim Umgang mit seinen Daten hat.