Der Gründer der Enthüllungswebseite Wikileaks, Julian Assange , erwägt politisches Asyl in der Schweiz zu beantragen. Auch überlege er, den Sitz die Website in die neutrale Schweiz zu verlegen, um sie von dort aus in Sicherheit betreiben zu können, sagte Assange in einem Interview des Schweizer Fernsehsenders TSR .

Schweden hatte dem in Australien geborenen Assange im vergangenen Monat eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis versagt. Dort wollte er sich niederlassen, um von den sehr strikten Gesetzen zum Schutz von Journalisten zu profitieren. Wikileaks hatte vor allem wegen der Veröffentlichung geheimer US-Unterlagen zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan scharfe Kritik der Vereinigten Staaten auf sich gezogen.

Im Interview sagte Assange, er habe noch viel Material zu veröffentlichen. Wikileaks besitze 15.000 Dokumente zum Krieg in Afghanistan sowie "Informationen über Russland" und andere europäische Staaten.

Im Schweizer Presseclub kritisierte Assange den Umgang der USA mit den auf Wikileaks veröffentlichten Dokumenten zu Folter in Afghanistan und Irak. "Wenn die Vereinigten Staaten ein Land sein wollen, das glaubwürdig die Menschenrechte verteidigt, müssen sie auch Untersuchungen zur Verletzung solcher Rechte durchführen." Statt die Vorwürfe zu untersuchen, hätten die amerikanischen Behörden seine Organisation öffentlich bedroht und versucht, sie zu zerstören.