Der BGH hat den Fall Perlentaucher gegen FAZ und Süddeutsche Zeitung nicht entschieden und an die Vorinstanz zurückverwiesen . War das nun ein Sieg oder eine Niederlage für eine der beiden Seiten?

Thierry Chervel, Mitgründer des Perlentaucher , wirkt genervt und enttäuscht, dass er noch immer keine endgültige Entscheidung hat, sieht sich aber auch in seiner Arbeit bestätigt. Das Urteil zeige, dass der Perlentaucher nichts Unrechtes tue, sagte er. "Offensichtlich ist es nicht unzulässig, Rezensionen großer Zeitungen zu resümieren."

Der Perlentaucher liest seit Jahren die Feuilletons und fasst in Metatexten zusammen, was dort steht. Die Beispiele verlinken zu den Quellen und geben so einen täglichen Überblick über die Kulturberichterstattung.

Zwei Verlage sehen darin jedoch eine unerlaubte Verwertung der von ihnen erstellten Texte. Die bislang letzte Instanz, das Oberlandesgericht Frankfurt, folgte dem nicht. Daraufhin zogen die Verlage vor das Bundesgericht und wollten eine Grundsatzentscheidung, ob auf diese Art mit den Werken umgegangen werden darf, oder ob das Urheberrecht dies verbietet.

Diese Grundsatzentscheidung haben die Bundesrichter nicht gefällt – für Chervel eben die Bestätigung. Er habe, sagt er, die Urteilsbegründung noch nicht gelesen, deswegen stehe der Satz unter Vorbehalt, doch glaube er, dass "unser Geschäftsmodell vom BGH nicht infrage gestellt wurde".

Gleichzeitig aber soll das Oberlandesgericht nun noch einmal prüfen, ob die von den Verlagen beanstandeten Textstellen aus dem Perlentaucher nicht doch zu nah an den Originalwerken sind. Insgesamt zwanzig Stellen haben die Verlage aus dem Archiv des Perlentauchers gepickt, alle müssen nun in einer erneuten Verhandlung neu begutachtet werden.