Auf der Facebook-Seite von Vodafone Egypt hinterlassen User fast sekündlich Nachrichten. Nette sind es nicht. Sie äußern ihre Wut gegen den Mobilfunk- und Internetanbieter und werfen ihm vor, mit der autokratischen Regierung zusammenzuarbeiten. Auch auf Twitter und Facebook häufen sich Aussagen, Vodafone habe auf Wunsch der Regierung zeitweise Internetverbindungen gekappt.

So schrieb Shahida Elmasry am Donnerstagmorgen auf die Vodafone-Egypt-Facebookseite: "Gestern, in der Nacht zum 27. Januar, gab es keine Verbindung mit Vodafone in der Stadt Suez. Helft ihr der Regierung? Ägypter wollen bitteschön eine Antwort."

Auf dem Twitter-Account des Mobilfunkanbieters gab es die bislang letzte Antwort am Dienstagnachmittag. In dem Tweet hieß es, es gebe ein technisches Problem, Vodafone habe Twitter nicht gesperrt. Offiziell äußert sich das Unternehmen nicht zu den Vorwürfen.

Auch die ägyptische Regierung dementiert, den Zugang zu bestimmten Internetseiten geschlossen zu haben. Wie die ägyptische Tageszeitung Almasryalyoum berichtet , sagte Regierungssprecherin Magdy Rady am Mittwoch, die Regierung respektiere und schütze freie Meinungsäußerung und nutze solche Methoden nicht.

Wohl eine Lüge. Die Website Herdict.org , die Erreichbarkeiten im Netz beobachtet, berichtet, dass es in Ägypten zeitweise unmöglich war, Facebook aufzurufen. "Ägypter haben bestätigt, dass Facebook heute morgen blockiert war", sagte Jillian York von der US-Universität Havard, wo Herdict.org betrieben wird. Laut Herdict.org war neben Twitter und Facebook auch der schwedische Dienst Bambuser gestört . Auf Bambuser können Handy-Videos eingestellt und live verfolgt werden.

US-Außenministerin Hillary Clinton appellierte an die ägyptischen Behörden, "friedliche Demonstrationen und die Kommunikation nicht zu stören, insbesondere die der sozialen Netzwerke nicht".