Am gestrigen Sonntag noch erwartete Marshall Kirkpatrick auf dem Technik-Blog ReadWriteWeb , dass Google beim South by Southwest-Festival in Texas ein neues Projekt verkünden würde: Circles, eine Alternative zu Facebook und somit ein Frontalangriff auf Marc Zuckerbergs soziales Netzwerk.

Nachdem das Gerücht in der Welt war und auf zahlreichen , weiteren Websites mitunter schon wie eine Tatsache behandelt wurde, beeilte sich Google, die Geschichte zu dementieren. Der Konzern ließ das unter anderem Chris Messina machen. Über Messina hatte Kirkpatrick auf ReadWriteWeb behauptet, er sei als erfolgreicher Social-Media-Entwickler maßgeblich am Bau von Circles beteiligt gewesen.

Dennoch erlangte die Circles-Ankündigung einiges an Aufmerksamkeit. Es gibt bestimmt Gerüchte, die keinen wahren Kern haben und an denen nichts dran ist. Dieses aber gehört sicher nicht dazu.

Da ist zum einen der weitverbreitete Wunsch nach einer Alternative zu Facebook. Viele halten als Initiator nur eine Firma für geeignet, die selbst über eine gigantische Marktmacht im Internet verfügt, also Google. Einzig einem Giganten wie Google wäre zuzutrauen, überhaupt eine minimale Chance zu haben gegen Facebook. Schließlich erreicht das Netzwerk inzwischen gefühlt die ganze Welt.

Zum anderen dementiert Google zwar, dass ein Launch kurz bevorstehe. Doch wird nicht grundsätzlich bestritten, dass in den hauseigenen Entwicklungszellen an einem Projekt wie Circles gearbeitet werden könnte – was man bei dieser Gelegenheit ja ganz einfach hätte tun können. Abgesehen davon, dass Google groß ist darin, Dinge zu dementieren, die dann doch so kommen, wie Spiegel online schon einmal an sechs Produkten belegt hat .

Das deutet darauf hin, dass Google entweder noch nicht fertig ist mit der Entwicklung. Oder aber selbst nicht so genau weiß, ob man sich mit Circles hervorwagen und im Zweifel einen weiteren Flop riskieren könnte. Immerhin sind Orkut, Waves oder Buzz bereits gescheitert . Das erste und das letzte leben zwar fort, werden aber von so gut wie niemandem genutzt.

Denn, und das ist der dritte interessante Punkt an dem Gerücht, klar ist auch, dass eine Alternative zu Facebook ein ziemlich kniffeliges Unterfangen wäre. Was genau könnte Google besser machen als Mark Zuckerbergs Volksnetzwerk? Wie könnte der Konzern einen relevanten Teil der Weltbevölkerung dazu bringen, seine soziale Netzwerkheimat zu wechseln?