Der Streit zwischen Mark Zuckerberg und seinen früheren Studienkollegen Tyler und Cameron Winklevoss wird nicht weiter vor Gericht ausgetragen. Laut einem am Mittwoch bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereichten Dokument wollen die Zwillinge und ihr Freund Divy Narendra nun doch nicht versuchen, eine Einigung mit Facebook vor dem Obersten Gerichtshof der USA annullieren zu lassen. Die Anwälte der Zwillinge bestätigten, dass der Fall nicht vor den Supreme Court gebracht werden solle.

Dies hatten die Anwälte Mitte Mai eigentlich angekündigt, nachdem ein Berufungsgericht im April eine Klage der Brüder abgewiesen und eine erneute Beratung durch ein größeres Richtergremium abgelehnt hatte. Die Richter hatten im April argumentiert, es gebe einen Moment, in dem ein Rechtsstreit beendet werden müsse, und dieser sei jetzt gekommen.

Die Winklevoss-Zwillinge werfen dem Facebook-Gründer Zuckerberg vor, während der gemeinsamen Studienzeit in Harvard im Jahr 2003 ihre Idee zum sozialen Onlinenetzwerk ConnectU ("Vernetze Dich") gestohlen zu haben. Sie hatten ihren Kommilitonen Zuckerberg als Programmierer für die Website engagiert, die sie zusammen mit ihrem Partner Narendra aufbauen wollten. Zuckerberg, so behaupten die Winklevoss-Brüder, habe ihnen jedoch ihre Idee gestohlen und klammheimlich sein eigenes soziales Netzwerk namens Facebook aufgezogen. Heute ist Facebook ein Unternehmen mit einem geschätzten Wert von 50 Milliarden Dollar.

Zuckerberg ließ sich 2008 auf einen Vergleich ein, um den Streit aus der Welt zu räumen. Damals bekamen die Zwillinge 65 Millionen Dollar – 20 Millionen davon in bar und die restlichen 45 Millionen Dollar in Aktien. Die Zwillinge wollten den Vergleich jedoch später rückgängig machen: Sie führten an, die Gegenseite habe sie über den wahren Wert von Facebook getäuscht, und sie hätten deshalb eine viel zu niedrige Summe erhalten. In neuen Verhandlungen wollten sie eine erheblich höhere Summe erklagen.